23.06.2019 08:00 |

Info-Veranstaltung

Langkampfen: Wenn der Lärm zur Krankheit wird!

Wenn es beim Bau des Brennerbasistunnel um die Gesundheit der Bevölkerung geht, darf Geld keine Rolle spielen. Schon heute sind die Einwohner Langkampfens vom Eisenbahn- und Straßen-Lärm geplagt. „Messwerte werden schön gerechnet. 79,1 Dezibel werden auf 60 geglättet, um in der Norm zu bleiben. Der Lärm wirkt sich auf die Gesundheit aus und fördert höheren Blutdruck und Herzkrankheiten“, sagte Fritz Gurgiser bei einer Info-Veranstaltung am Freitag in Langkampfen.

Trotz des Fenstertages motivierte die Bürgerinitiative „Kampf dem Lärm“ und das Transitforum Tirol-Austria an die 140 Menschen aus dem Unterland und dem benachbarten Bayern zum Besuch der Veranstaltung „Was Lärm mit uns macht“. Als Vortragende konnten neben Langkampfens Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser auch Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser, Günter Dunkl von der Initiative „Kampf dem Lärm“ sowie Peter Lercher, renommierter Umweltmediziner der TU Graz, gewonnen werden. Der Lärmexperte führte mehrere Studien für große Umweltveträglichkeitsprüfungen durch und ist ein international angesehener Fachmann.

Laut Günter Dunkl leidet die Gemeinde Langkampfen zweimal unter dem Lärm: „Einmal am Straßenverkehrslärm der 10.000 Fahrzeuge, zum Zweiten durch den Eisenbahn-Lärm.“

Ab 2030 fahren hier um 250 Züge mehr vorbei
Ab 2030 wird der Bahn-Lärm zunehmen, da durch den Brennerbasistunnel-Zulauf täglich 250 Züge fahren werden. Nachweislich führt Lärm zu Schlafstörungen, hohem Blutdruck, Herzkreislauferkrankungen und Herzinfarkt. „Die WHO gibt seit 2018 zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren als Richtlinie für den Straßenverkehr 53 Dezibel für den Tag und 45 dBA für die Nacht an. Die Schwellenwerte in Österreich liegen mit 70 bzw. 60 dBA weit darüber“, sagt Larcher.

Wir brauchen in Tirol anderen Grenzwerte
Fritz Gurgiser fordert die Anpassung der Grenzwerte, da im alpinen Bereich andere Obergrenzen notwendig sind als im Flachland. Von der bisherigen Forderung nach einer geschlossenen Untertunnelung, dürfe man sich „keinen Zentimeter wegbewegen“, so Gurgiser.

Hubert Berger, Kronen Zeitung

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