23.06.2019 07:15 |

Sebastian Unterberger

Er stellt sich den Most-Diven

Die Schätze des Mostbauern Sebastian Unterberger: 60 Apfelbäume und Birnbäume, gepflanzt in einer Wiese an der Grenze zwischen der Stadt Salzburg und Grödig. Der Landwirt presst seit vier Jahren das Genussgetränk. Alles biologisch und keinesfalls ist frühreifes Obst dabei.

Die Bäume hat Sebastian Unterberger im Jahr 1994 großteils selbst gesetzt. Die die alten Bäume seiner seiner Vorfahren waren kaputt gegangen.

Die Mostviertler Sorten wachsen gemächlich vor sich hin. Von einer Sorte, die eigentlich als die beste gilt, ist er enttäuscht: „Die kleine Landbirne ist die größte Diva und packt den Klimawandel nicht.“ Besser sind die Rote Carisi, die Stiegl- oder die Lehoferbirne.

Hervorragend geeignet zum Mostmachen sind laut dem Experten auch der säuerliche Hirschmost- sowie der Silberschneiderapfel. Diese Sorten sind einzigartig und in Salzburg kaum zu finden.

Klassiker sind der Brünnerling und der Erbachhofer. Allerdings steht der aufgeweckte „Mostwastl“ viel mehr auf Experimente – wie Obstbäume neben Tannenbäume zu pflanzen oder die Veredelungen mit frühen Sorten.

„Im Vorjahr habe ich 1000 Liter Most aus 1300 Kilogramm Obst im Freien per Hand gepresst“, wurde ihm das Wissen von seinem Urgroßvater vererbt. Dabei setzt Unterberger auf eine wilde Spontanvergärung. „Wichtig ist, die Mostbirne in mehreren Etappen zu ernten und spätestens am Folgetag zu verarbeiten. Ein No-Go ist frühreifes Obst“, erklärt der 44-Jährige, dass der reine Apfel- oder der reine Birnenmost in Kunststofftanks gefüllt wird. Alles Bio versteht sich.

Sauberkeit seit dabei das A und O. „Im Vorjahr musste ich 100 Liter Most weg leeren, da Reste vom Waschmittel in den Presstüchern war. Das Equipment muss geruchsneutral und das Obst gut sortiert sein.

Heuer erwartet der „Mostwastl“ eine super Ernte. Wir sind gespannt auf das Resultat.

Das kleine Buch „Most selber machen“, herausgegeben von „Servus“, ist seit 19. Juni im Handel erhältlich. Darin werden alle zwölf Schritte zur Mostbereitung detailliert beschrieben.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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