Kulturelle Hochburg

Tradition und Moderne in Salzburg

In wenigen Wochen steht Salzburg wieder ganz im Zeichen der Festspiele. Aber abgesehen von Mozart, „The Sound of Music“, der Festung und dem Mirabellgarten gibt es in der Stadt auch eine große zeitgenössische Kulturszene.

In wenigen Wochen wird über die Stadt wieder der Jedermann regieren. Die Salzburger Festspiele sind ein Fixpunkt für Liebhaber der Hochklassik. Ein Tourismusmagnet, genauso wie natürlich Mozart einem auf Schritt und Tritt in Salzburg begegnet - um nicht zu sagen verfolgt. Amerikanische und asiatische Besucher machen sich hingegen gerne akribisch auf die Spuren von „The Sound of Music“. Auch das gehört zu Salzburg wie die berühmten Salzburger Nockerln. 4500 Veranstaltungen und Events jährlich zeigen deutlich, warum Salzburg den Beinamen „kulturelle Hochburg“ verdient hat.

Jetzt hat gerade die Sommerszene das Sagen
50 Jahre gibt es sie heuer schon, anfangs als „Szene der Jugend“ gegründet und durchaus kritisch beäugt. Neue, moderne Ausdrucksformen sorgten damals noch für Kopfschütteln. „Doch das ist längst vorbei“, erzählt Intendantin Angela Glechner. Die Sommerszene hat sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem beachteten Festival entwickelt. Ein vielseitiges Programm aus internationalen Gastspielen und österreichischen Erstaufführungen aus Theater, Tanz, Performance und Installation gibt es nun in der Mozartstadt. 14 Produktionen aus neun Ländern werden gezeigt. Auch Andreas Gfrerer, Chef des Traditionshauses Blaue Gans, hat natürlich Karten, wie er uns auf seiner Terrasse des wohl traditionellsten – und auch ältesten – Gasthauses der Stadt erzählt. Seit 1350 trifft man sich hier nicht nur zum Essen, sondern auch zum Kulturaustausch. Zahlreiche Künstler und Schauspieler schätzen das Ambiente des Art- und Design-Hotels mit seinen 35 Zimmern, drei Suiten und mehr als 120 (!) Kunstwerken.

Wie für Gfrerer heißt es auch für viele Interessierte, die es aufgrund der vielfältigen Kunstszene nach Salzburg verschlägt, nicht entweder oder: Besucher der Salzburger Festspiele zieht es ebenso zur Sommerszene. Eröffnet wurde sie dieses Jahr mit Jan Martens „Rule of Three“. Die britische Company „Forced Entertainment“ ist mit dem Stück „Out Of Order“ da. In der Theaterperformance zwischen Komik und Nicht-Komik versuchen sechs Clowns , ihre Zeit totzuschlagen. Das Salzburger Künstlerkollektiv „ohnetitel“ entführt die Besucher zu einer episodenhaften Odyssee durch die Stadt, inspiriert von James Joyce „Ulysses“. Wo es hingeht, wird nicht verraten, nur der Treffpunkt.

Viel Kunst und Kultur wird in der kleinen Stadt Salzburg mit ihren 155.000 Einwohnern geboten. Was für Einheimische zum Alltag gehört, wird für Besucher zum kreativen Spaziergang: Kunst im öffentlichen Raum. Wie die 14 Stationen des „Walk of Modern Art“. Sie führen zu den schönsten aber auch zu versteckten Plätzen mit Werken von internationalen Künstlern, die sich in ihren Arbeiten mit der Weltkulturerbestadt Salzburg auseinandersetzen. Mit dem „berliner block“ des Österreichers Gerhard Trieb wurde 2017 das 14 und letzte Werk installiert. Wohlbekannt ist die „Sphaera“-Skulptur – die Figur auf einer großen Goldkugel – auf dem Kapitelplatz von Stephan Balkenhol oder auch Erwin Wurms „Gurken“ beim Furtwänglerpark. Für viel Diskussion sorgte 2005 auch Markus Lüpertz’ Hommage an Mozart. Mittlerweile gehört die fast drei Meter hohe Bronzefigur auf dem Ursulinenplatz zum Stadtbild.

Genauso wie zahlreiche Galerien - mehr als 50 sollen es sein. Kleine und große, wie zum Beispiel die Galerie Thaddaeus Ropac, die in der historischen Villa Kast am Mirabellplatz eine Niederlassung hat. Bis zum 24. Juli kann man hier noch im Rahmen der Ausstellung „Still Life“ die Werke des Amerikaners Irving Penn bewundern, einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Schloss Arenberg
Einen weiteren bekannten Fotokünstler findet man an einem eher ungewöhnlichen Ort. Denn eigentlich wirkt auf Schloss Arenberg seit über 20 Jahren das Open Medical Institute, eine gemeinnützige Stiftung. Das – kostenlose – Weiterbildungsprogramm für Ärzte aus Schwellen- und Entwicklungsländern anbietet. Hier gibt ein großes Netzwerk an Ärzten aus Österreich und den USA ihr Wissen weiter. Die Teilnehmer können momentan während der Seminare auf die Bilder von Vincent Lagrange aus seinem „The Human Animal Project“ einen Blick werfen – diese sind in den Räumen ausgestellt. Oder in den Pausen in der Gartenanlage durch den Würth Skulpturenpark spazieren. Alles ist für der Öffentlichkeit zugänglich. Denn Schloss Arenberg versteht sich auch als Kulturzentrum.

Diana Krulei, Kronen Zeitung

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