18.06.2019 06:38 |

Leises Wimmern gehört

Baby lag mit Abfall in zugeknotetem Müllsack

Im Garten eines Hauses im nordrhein-westfälischen Kierspe hat die Polizei ein lebendes Neugeborenes im Abfall gefunden. Der Säugling wurde in letzter Minute aus einem zugeknoteten Müllsack gerettet. Die 31-Jährige Mutter war zuvor mit Blutungen im Klinikum Hellersen behandelt worden und sitzt in Untersuchungshaft, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Das kleine Mädchen ist inzwischen nicht mehr in akuter Lebensgefahr.

Polizisten hatten am Freitag das noch namenlose Mädchen gefunden, das dessen Mutter kurz nach der Geburt im Garten ihres Wohnhauses abgelegt haben soll. Bei der Suche nach einem Neugeborenen hatten die Beamten einen blauen Müllsack in einem Gebüsch entdeckt, aus dem sie ein Wimmern hörten.

Sauerstoff wurde knapp
Das Baby war demnach komplett in zwei Handtücher gewickelt. Es sei etwa drei Stunden zusammen mit Hausmüll in dem Müllsack gelegen. Nach Einschätzung der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen sei der Sauerstoff in dem Müllsack „mit Sicherheit bald sehr knapp“ geworden. Die Körpertemperatur des Mädchens sei nur noch bei 31 Grad gelegen, als es gefunden wurde. Es wird weiter im Krankenhaus versorgt.

Versuch, Schwangerschaft geheim zu halten
Die 31 Jahre alte Mutter habe das Ganze mit Ängsten erklärt, teilten die Ermittler zunächst mit. Sie lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen. Die Frau ist bisher laut Polizei nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es lägen auch keine Informationen vor, dass sie beim Jugendamt auffällig geworden wäre. Sie habe alles getan, um die Schwangerschaft geheim zu halten.

Lebenspartner dachte bei Geburt an Magen-Darm-Infekt
Der Lebenspartner sei bei den Blutungen der Frau von einem Magen-Darm-Infekt ausgegangen und habe die Rettung gerufen, obwohl die Frau das nicht gewollt habe. Eine Ärztin habe gemeldet, dass es eine Geburt gegeben haben müsse. Daraufhin suchten die Polizisten nach dem Kind.

Die Ermittler wollen die 31-Jährige ausführlich befragen, wie sie am Montag ankündigten. Eine Mordkommission ermittelt derzeit wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

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