16.06.2019 08:03 |

Verdächtiger gefasst

Mordfall Lehen: Richter entscheiden über U-Haft

Am Freitagabend war ein 34-jähriger albanischer Staatsbürger im Zusammenhang mit der tödlichen Schießerei in der Ignaz-Harrer-Straße festgenommen worden - die „Krone“ hat berichtet. Heute wird eine Richterin über die Verhängung der Untersuchungshaft entscheiden. Polizei und Justiz halten sich bedeckt.

„Der Fall ist noch nicht abgeschlossen, daher können wir aus ermittlungstaktischen Gründen keine weitere Angaben machen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Robert Holzleitner. Fast wortgleich äußert sich auch Polizeisprecherin Verena Rainer, die keine Hinweise darauf geben will, welche Rolle der festgenommene Albaner bei der Tat gespielt hat. Das könnte auf eine Fahndung nach einem zweiten Verdächtigen hinweisen, den Zeugen am Tatort gesehen haben wollen.

Der 34-Jährige, der vom prominenten Salzburger Strafverteidiger Kurt Jelinek vertreten wird, war am Freitag gegen 18 Uhr außerhalb von Salzburg geschnappt worden – nach „Krone“-Informationen soll der Zugriff in Wien stattgefunden haben. Er wurde dann bis Samstagmittag im Polizeigefängnis in der Alpenstraße in Gewahrsam gehalten, dort verhört und am frühen Samstagnachmittag in die Justizanstalt in Puch-Urstein überstellt.

Die U-Haft wird wegen Fluchtgefahr verhängt

Heute, im Laufe des Nachmittags, wird eine Richterin über die Verhängung der U-Haft entscheiden und diese wohl auch anordnen. Denn bei Mordermittlungen wird aufgrund der lebenslänglichen Strafdrohung automatisch Fluchtgefahr angenommen.

Die Bluttat hatte sich am späten Abend des 4. Juni im kleinen Gastgarten des Café Focus in der Ignaz-Harrer-Straße 38 ereignet. Der 24-jährige Bosnier Dzenis H. feierte die Geburt seines Sohnes, als er mit dem späteren Todesschützen – die Polizei sucht einen Albaner – in Streit geriet.

Nach einer verbalen Auseinandersetzung verpasste der Mordverdächtige seinem Kontrahenten ein paar Ohrfeigen. Dieser holte seinen Vater Samir H. (46), der gerade im Lokal war, zu Hilfe. Daraufhin zog der Albaner eine Faustfeuerwaffe, tötete Samir H. mit einem Treffer in den Oberkörper, schoss Dzenis H. durch den Oberschenkel und flüchtete.

Mehrere Tage nach der Tat fand ein Passant in Lehen die mögliche Tatwaffe: eine Glock-Pistole, Kaliber neun Millimeter. Sie und und DNA-Spuren auf einem Glas werden derzeit im Bundeskriminalamt und der Gerichtsmedizin in Salzburg untersucht.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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