Wilheringer Scheune:

Politik-Skandal gibt Sommertheater mehr Brisanz

„Wir ahnten nicht, wie aktuell das Stück durch den Ibiza-Skandal plötzlich wird“, erzählt Regisseur und Leiter des theaterSpectacels Wilhering, Joachim Rathke, bei der Vorstellung des diesjährigen Stücks „In der Löwengrube“ von Felix Mitterer. Es spielt 1938 und führt die Verführbarkeit des Menschen vor Augen.

Vor gut 20 Jahren traute sich Otto Schenk nicht, das äußerst kritische Stück im Theater in der Josefstadt in Wien, in dem es auch spielt, aufzuführen. Es basiert auf der wahren Geschichte eines jüdischen Schauspielers, der sich als uriger Tiroler verkleidet, um trotz Nazi-Ideologie weiter am Theater arbeiten zu können. Ein Aufreger und Erfolg damals, erfährt die aktuelle Aufführung im Wilheringer Sommertheater durch das kürzliche Politik-Beben in Österreich zusätzlich Brisanz.

Billige Josefstadt
„Wir bauen in die Wilheringer Scheune eine kleine, billige Josefstadt hinein, und ein Teil des Publikums wird dort auch sitzen“, erklärt Rathke die Bühnensituation von Kurt Pint. Den als Tiroler verkleideten Juden Arthur Kirsch spielt Sven Kaschte, der in Wilhering schon in der Vergangenheit zu sehen war. Weitere Darsteller, viele „Wiederholungstäter“, sind Andreas Pühringer, Hemma Clementi oder Alfred Rauch. Die extra komponierte Musik kommt von Georg Wilbertz.

Neben dem Autor Felix Mitterer hat sich auch Landeshauptmann Thomas Stelzer für die Premiere am 10. Juli angesagt: „Wir hoffen, dass er dann sieht, dass wir gute Arbeit leisten“, so Rathke in Anspielung auf die finanziellen Einsparungen vom Land.

„In der Löwengrube“, von 10. Juli bis 3. August; theaterspectacel.at

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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