Akute Inflationsgefahr?
Die aktuelle Situation birgt noch keine nennenswerte Inflationsgefahr. Denn Inflation entsteht unter anderem dann, wenn die Nachfrage am Markt das Angebot übersteigt, da in dieser Situation die Preise steigen. Das von den Notenbanken seit 2008 in den Markt gepumpte Geld befindet sich jedoch nicht in Händen des Endverbrauchers, sondern im Interbankenmarkt, wo es zur Aufrechterhaltung der Liquidität dient. Erst wenn dieses Geld über Kreditvergaben in die Wirtschaft gelangt, besteht reale Inflationsgefahr. Nachdem derzeit Kredite aber nach wie vor sehr vorsichtig vergeben werden, ist die Wahrscheinlichkeit für ein plötzliches Ansteigen der Inflation eher gering.
Aber natürlich gibt es auch andere Faktoren, die preistreibend wirken, etwa die künstliche Verknappung des Angebots, was speziell im Rohstoffbereich ein Thema werden kann. Diverse Rohstoffe wie Erdöl haben in den letzten Monaten sehr starke Preisanstiege zu verzeichnen. Ganz vom Tisch gewischt werden kann die Inflationsgefahr daher nicht. Ein Übersteigen der Inflationsrate von 2,5 Prozent ist aber erst 2011 zu erwarten, 2010 wird mit Werten um 1,5 Prozent gerechnet. Dennoch müssen kluge Anleger rechtzeitig vorbauen - nur wie?
Welche Veranlagungsformen sind sinnvoll?
Sparbücher bieten derzeit keinen Schutz vor der Geldentwertung: Zinssätze auf Jahressicht von etwa 1 bis 1,5 Prozent helfen dabei, das laufende Jahr zu überbrücken, doch wann die Zinsen wieder steigen werden, ist derzeit noch nicht absehbar.
Besser ist es daher, längere Laufzeiten in Kauf zu nehmen und spezielle inflationsgeschützte Produkte auszuwählen. Das kann beispielsweise über Anleihen geschehen, deren Kupons an inflationsabhängige Indikatoren gebunden sind, wie etwa den Verbraucherpreisindex oder den Euribor: Steigt dieser Index, dann steigt auch die ausbezahlte Verzinsung.
Bei derartigen Veranlagungsformen solltest du jedoch darauf achten, jedenfalls eine fixe Mindestverzinsung dabei zu haben. Denn hält sich die Inflation in Grenzen, steigst du sonst schlechter aus. Auch Versicherungen bieten inflationsgeschützte Modelle an, bei denen sich die Schlusszahlung an der Inflationsrate orientiert. Der Haken: die lange Laufzeit von zumindest 10 Jahren. Achte daher bei derartigen Investments auf die Bonität der Versicherung bzw. des Garantiegebers.
Eine andere Variante sieht so aus, dass du direkt in Werte veranlagst, die von einer höheren Inflation profitieren bzw. Auslöser der Inflation sind, etwa Gold oder Öl, Immobilien oder Infrastruktur. Auch hier gibt es im Angebot der Banken viele Garantieprodukte bzw. offene Fonds oder Zertifikate, die auf dieses Thema setzen. Garantieprodukte bieten dir den Vorteil einer Kapitalgarantie, allerdings sind hier auch die Ertragschancen geringer, da die Kosten für die Garantie auf den Ertrag drücken. Hast du ausreichend Vertrauen in einen Markt, bieten Investmentfonds die chancenreichere Möglichkeit, aber du hast keine Kapitalgarantie – musst Kursschwankungen daher aushalten können. Je breiter du dein Investment aufstellst, desto besser.
Eine weitere Option besteht aus dem Ankauf einer Immobilie, da auch diese von einer steigenden Inflation profitiert. Das bietet gleich mehrere Vorteile: Bei einer selbstgenutzten Immobilie hast du langfristig eine Altersvorsorge, da du dich vom Markt der steigenden Mieten loslöst, bei Vorsorgewohnungen profitierst du ertragsseitig von steigenden Mieten.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.