Di, 25. Juni 2019
13.06.2019 12:02

Grüne & „RespekTiere“

Aktivisten demonstrieren gegen Tierqual in Serbien

„There is no excuse for animal abuse!“ - mit diesem und anderen Sprüchen skandierten Aktivisten des Vereins „RespekTiere Salzburg“ und des Grünen Tierschutzforums Wien lautstark vor der Serbischen Botschaft im 3. Bezirk. Anlass der Demonstration ist die unerträgliche Situation für Tiere im Zentrum der Balkanhalbinsel. Das Fotomaterial aus Serbien ist kaum zu ertragen - für diesen Bericht konnten wir nur die harmloseren Bilder verwenden - doch die serbische Regierung zeigt Desinteresse. „Tatsächlich sind Verbrechen an Tieren dort ein derart weit verbreitetes Phänomen, dass man schon von einem Muster sprechen muss“, erklärt Thomas Putzgruber, Obmann des Vereins „RespekTiere Salzburg“.

Tatsächlich gibt es schon lange Kritik an der politischen Tatenlosigkeit der serbischen Regierung. Auf kleinen Straßenmärkten werden Hunde- und Katzenwelpen wie ein Laib Brot verkauft. Die meisten von ihnen sind in kleine Nagerkäfige oder noch kleinere Kartons gestopft und stehen den ganzen Tag in der prallen Sonne zum Verkauf bereit. Was mit ihnen passiert, wenn sich keine Käufer finden? Man weiß es nicht, will es nicht wissen. Andere ungewollte Hunde landen in sogenannten Tierheimen, die in der Regel abgeschottet sind und zu denen Tierschutzvereine keinen Zugang haben, schon gar nicht ausländische. „Furchtbarste Dinge geschehen in diesen Anlagen, das wissen wir leider“, so Putzgruber. „Sehr viele Hunde werden vom Personal getötet, oft auch einfach mit Schaufeln erschlagen. Kleinere Hunde werden größeren zum Fraß vorgeworfen“.

Nicht nur für Hunde und Katzen ist das Leben in Serbien nur allzu oft mit schlimmen Qualen verbunden. In massenhaft kleineren und größeren Privatzoos fristen Wildtiere ein herzzerreißendes Dasein. Oft in Einzelhaltung, in viel zu engen und völlig trostlosen Käfigen. „Schön, dass Serbien der Europäischen Union beitreten möchte. Jetzt ist die perfekte Gelegenheit zu beweisen, dass dieses Land zu einer echten Veränderung bereit ist“, so Cosma Stöger, Vorsitzende und Sprecherin des Grünen Tierschutzforums, einer Netzwerkorganisation der Grünen Wien. „Ich durfte ‘RespekTiere‘ letztes Jahr nach Serbien begleiten, um mir ein Bild der Lage zu verschaffen. Was ich da gesehen habe, war teilweise unbeschreiblich schockierend.“ Besonders der alltägliche Umgang mit Tieren sei von einer offenkundigen Herzlosigkeit geprägt.

Üblich sei es, berichtet Stöger, sich ungewollten, kranken und toten Tiere in sogenannten „Schintergruben“ zu entledigen. Große öffentliche Deponien unter und über der Erde, in denen sich Kadaverberge türmen. „Nicht selten, dass unter den Leichen noch lebende Tiere gefunden werden“, weiß Thomas Putzgruber zu berichten. Die Hauptproblematik sehen Putzgruber und Stöger auf politischer Ebene. Es fehle primär an der notwendigen Sanktionierung bei Verstößen bereits bestehender Tierschutzgesetze. Die Demonstration sei nur ein kleiner Anfang gewesen, versichern die beiden. Man wolle nicht tatenlos dabei zusehen, dass Serbien unter den bestehenden Umständen in einigen Jahren der EU beitreten werde.

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