Di, 25. Juni 2019
12.06.2019 06:00

„Notwendig“

Kardinal verteidigt Todesstrafe & kritisiert Papst

Die Todesstrafe hat in den USA selbst unter Kirchen ihre Verteidiger. So lassen Äußerungen aus den höchsten Ebenen der katholischen Kirche zur Todesstrafe und zur Genderfrage aufhorchen.

Der US-amerikanische Kardinal Raymond Burke und eine kleine Gruppe an bischöflichen Mitstreitern kritisieren die Absage des Papstes an die Todesstrafe. Die Kirche habe nicht geirrt, als sie noch den Standpunkt vertrat, dass die Ausübung der Todesstrafe zulässig sei, wenn sie „wirklich notwendig ist, die gerechte Ordnung von Gesellschaften“ aufrechtzuerhalten, heißt es in einem von ihnen veröffentlichten Dokument, wie Kathpress berichtet.

Auch Sorge um die „spirituelle Gesundheit“
Kardinal Burke und seine Bischöfe verteidigen auch die traditionelle Lehre der Kirche gegen den Zeitgeist. In einer „Declaration of Truths“ (Deklaration von Wahrheiten) wird eine „große spirituelle Epidemie“ beklagt, die zu weltweiter „doktrinärer Konfusion und Fehlorientierung“ geführt habe. Dadurch sei „die spirituelle Gesundheit und die ewige Erlösung vieler Seelen“ in Gefahr.

Die Deklaration bekräftigt die traditionellen Lehren zur Sexualität, Wiederverheiratung Geschiedener und die Rolle von Frauen in der Kirche. Zu den Unterzeichnern zählen neben Kardinal Burke die Bischöfe Athanasius Schneider, Tomash Peta und Jan Pawel Lenga sowie der litauische Kardinal Janis Pujats, wie Kathpress berichtet.

Gegen „Auslöschung der Geschlechter“
Der Vatikan nimmt hingegen zur Geschlechterrolle Stellung. In einem „Leitfaden für katholische Schulen“ kritisiert Rom eine „Gender-Ideologie“, wonach Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln können.

In Schulen mache sich beim Thema Sexualität ein „Bildungsnotstand“ breit, heißt es in dem Dokument. Die Gender-Theorie sei eine „Ideologie, die den Unterschied (...) in der Natur eines Mannes und einer Frau leugnet und eine Gesellschaft ohne geschlechtliche Unterschiede vorsieht und somit die anthropologische Grundlage der Familie eliminiert“.

Das Dokument namens „Als Mann und Frau schuf er sie“ wendet sich gegen eine Tendenz, „die Unterschiede zwischen Mann und Frau auszulöschen, indem man sie als bloße historisch-kulturelle Konditionierung versteht“.

Die katholische Kirche und auch Papst Franziskus sprechen sich immer wieder gegen die Absage an die traditionelle Rolle von Mann und Frau aus.

Kronen Zeitung

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