Di, 18. Juni 2019
11.06.2019 06:27

2000 Hektar „baumfrei“

Nach Sturm: „4,3 Millionen neue Bäume sind nötig!“

Zwei Millionen Festmeter Holz hat Sturmtief „Vaia“ vergangenen Herbst zerstört und fast 2000 Hektar Schutzwälder „baumfrei“ gemacht, die es so rasch wie möglich wieder aufzuforsten gilt.

Die Schäden, die Sturmtief „Vaia“ angerichtet hat, gehen in die Millionen und treffen nicht nur die 587 Waldbesitzer, sondern alle, denn in Oberkärnten sind die Schadflächen zu 85 Prozent in den Schutzwäldern zu finden! „Diese schützen Infrastruktur, wie Straßen, Eisenbahn und natürlich auch Wohnhäuser“, so Agrarlandesrat Martin Gruber bei einem Lokalaugenschein in Mallnitz.

So krachen im stark betroffenen Lesachtal immer wieder Steine gegen Wohnhäuser. Der Landesforstdienst und die Wildbach- und Lawinenverbauung arbeiten eng zusammen. Thomas Leitner von der Landesforstdirektion ist der Projektkoordinator für Wiederaufforstung. Die Erfahrungen aus Sturm „Paula“, der 2008 im Bezirk Spittal für große baumfreie Flächen sorgte, belegen, dass nicht nur mehr Muren und Lawinen die Lebensräume bedrohen, sondern sich auch das regionale Klima verändert. Die sonnseitigen Hänge heizen sich mangels Bäumen viel stärker auf und es bilden sich dadurch immer heftigere Gewitter.

31 Millionen Euro investieren Bund und Land in die Wiederaufforstung, zuerst in Möll-, Gail- und Lesachtal und dann im Drautal und in Bad Eisenkappel. Für die Waldbesitzer bedeutet das viel Arbeit: „Wir wollen den Forstwirten jedoch keine Bleikugel an den Fuß hängen, sondern sie unterstützen“, erklärt Leitner.

Um die Schadflächen aufzuforsten, braucht es 4,3 Millionen neuer Bäume. Diese müssen nicht nur gepflanzt, sondern auch regelmäßig freigeschnitten und mittels Anstrich vor Wildverbiss geschützt werden. Jahre wird es brauchen, um die Wälder wieder herzurichten. Bezirksforstinspektor Gerd Sandrieser: „In den nächsten Schritten werden wir die Gespräche mit Tourismus und alpinen Vereinen suchen, um gewisse Bereiche während der Wiederaufforstung zu sperren.“ Etwa Teile des Alpe-Adria-Trails. Aber klimafitte und gesunde Wälder sind wichtig für uns alle.

Hannes Wallner
Hannes Wallner

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