11.06.2019 06:00 |

Gefahr an Ambulanzen

Mehr Aggression in unseren Spitälern

Steigendes Aggressionspotenzial und Ungeduld werden in unseren Spitälern immer mehr zum Thema: Ärzte und die Pflege müssen sich beschimpfen lassen, werden bedroht und körperlich attackiert. Statistiken über Polizeieinsätze im Krankenhaus gibt es in Salzburg bisher nicht. Mitarbeiter berichten aber über Stress, Ausnahmezustände und spezielle Schulungen, die notwendig werden. Vor allem Angehörige würden oft ihren ganzen Frust am Personal auslassen.

In die SALK musste die Polizei in den letzten Jahren immer wieder ausrücken: Im Sommer 2015 schlich sich ein Dieb in ein Krankenzimmer der Doppler-Klinik, bis die Patientin zu schreien begann. Ein Syrer drohte den Pflegern und dann auch der Polizei. Diebe stahlen aus einem Rettungsauto, das am CDK-Areal geparkt war, einen Rucksack. Das sind nur einige wenige Fälle

Manchmal ist es Alkohol, oft eine persönliche Ausnahmesituation, die zu Aggressionen führt. „Vor allem in der CDK ist sehr viel deeskalationsgeschulte Pflege im Einsatz“, berichtet SALK-Geschäftsführer Paul Sungler über die täglichen Herausforderungen. Karl Schwaiger, Pflegedienstleiter in Hallein, Tamsweg und St. Veit: „Vor allem die Notfall-Ambulanzen sind ein Hotspot. Die Anspruchshaltung von Patienten und Angehörigen wird höher, man kommt schnell unter Druck.“ Für das Pflegepersonal werden Deeskalations-Schulungen angeboten. Mitarbeiter lernen bestimmte Abwehrgriffe, aber auch Strategien einer beruhigenden Kommunikation. An der Landes-Klinik und der CDK patrouilliert außerdem ein Sicherheitsdienst.

Gegen „Gewalt im Spital“ rüstet sich auch das Klinikum in Schwarzach: „Am Abend kommt ein- bis zweimal einen Polizeistreife vorbei“, berichtet Geschäftsführer Ludwig Gold. Außerdem gibt es ein spezielles Notfallalarmierungssystem: Im Ernstfall können mehrere Kollegen gerufen werden.

In Zell am See schildert Geschäftsführer Franz Öller die Situation: „Schwerwiegende Fälle gibt es zum Glück nicht, auch trotz Sprachbarrieren. An frequentierten Bereichen haben wir ein eigenes Videoüberwachungssystem.“

Sabine Salzmann

 krone.at
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