27.05.2019 19:26

Die Kandidaten

Nach EU-Wahl: Nun startet Poker um die Top-Jobs

28 Staaten, 500 Millionen Einwohner und mehr als 400 Millionen Stimmberechtigte - die EU-Wahl ist der größte grenzüberschreitende Urnengang der Welt: Und sie endete mit einem sehr heftigen Minus für die Konservativen und die Sozialdemokraten, Gewinner sind Grüne, Liberale - und rechte Nationalisten. Nun beginnt der Poker um die Top-Jobs.

Sowohl die EVP, also die Europäische Volkspartei, als auch die Europäischen Sozialdemokraten (S&D) mit ihren jeweiligen Spitzenkandidaten, dem bayrischen CSU-Mann Manfred Weber und dem Niederländer Frans Timmermans, haben herbe Verluste hinnehmen müssen. Von den 751 Sitzen im Europaparlament wird die EVP nach Stand vom Montagabend 180 besetzen können und damit 36 weniger als bisher. Die Sozialdemokraten kämen demnach nur auf 146 Mandate, was einem Minus von 39 Sitzen entspricht.

EVP und SPE sind nun auf Liberale und/oder Grüne angewiesen
Eine „große Koalition“, in der man sich die Postenvergaben ausmacht, geht sich damit nicht mehr aus. EVP und SPE sind auf Liberale und/oder Grüne angewiesen, wenn es etwa um die Vergabe des wichtigsten Postens geht, den des Kommissionschefs. Denn diese konnten deutlich zulegen. Die Liberalen liegen bei 109 Mandaten, wenn die Mandate für die Partei des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mitgezählt werden (plus 40). Dahinter kommen die Grünen mit 69 Sitzen (plus 17). Die Linke verliert 13 Sitze und kommt auf 39.

Aber auch das rechte Spektrum konnte große Gewinne erzielen. Die bisher drei rechtspopulistischen und nationalistischen Fraktionen kommen zusammen auf 171 Sitze, 16 mehr als bisher. 

Poker um die Spitzenjobs beginnt bereits bei EU-Gipfel am Dienstag
Nach den dramatischen Wahlen beginnt schon am Dienstagabend in Brüssel beim EU-Sondergipfel zum Spitzenpersonal der große Poker um die neu zu vergebenden Top-Jobs. Neben dem Kommissionschef sind das der Posten des Ratspräsidenten und der Job des „EU-Außenministers“, des Chefs der EZB, der Europäischen Zentralbank, und einige mehr. Neben den Spitzenkandidaten der EVP und SPE, Weber und Timmermans, gelten noch der konservative Brexit-Chefverhandler Michel Barnier sowie die dänische EU-Kommissarin Margrethe Vestager als Favoriten für das Amt des Präsidenten der EU-Kommission.

Der Kommissionschef wird zwar vom EU-Parlament gewählt, die Staats- und Regierungschefs haben aber ein Vorschlagsrecht. Und da wird viel von der deutschen Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron abhängen.

Kronen Zeitung/krone.at

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
EL-Auslosung
LIVE: Auch Sturm kann auf Koller-Klub treffen
Fußball International
80 Millionen € Verlust
Westbahn verkauft alle 17 Züge an Deutsche Bahn
Österreich
Vor Real-Abschied
Unfassbar: Verdient Bale bald 1 Mio. in der Woche?
Fußball International
Pikante Einladung
Morgen präsentiert die Austria Peter Stöger
Fußball National
„Schredder-Gate“
Kurz spricht von „üblichem Vorgang“
Österreich
Top-Gegner in CL-Quali
LASK trifft auf PSV Eindhoven oder Koller-Klub
Fußball International

Newsletter