Sa, 15. Juni 2019
24.05.2019 14:44

Großraum Graz

400 Prozent mehr Fernwärme-Verbrauch im Mai

Der Wonnemonat ohne Sonne schlägt sich bei den Steirern aufs Börserl: So hat etwa der Großraum Graz seit 1. Mai um 400 Prozent mehr Fernwärme-Energie verbraucht als im Vorjahr. Langfristig ist der Verbrauch aber gesunken: in den vergangenen zwölf Monaten um stattliche sieben Prozent. Für die Zukunft plant die Energie Steiermark einen Solar-Speichersee im Grazer Süden.

Mit 1,2 Milliarden Kilowattstunden Wärme in den letzten 12 Monaten liegt der Fernwärme-Verbrauch in der Heizsaison 2018/19 im Großraum Graz mit einem Minus von 7 Prozent deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Diese Bilanz legte heute die Energie Steiermark vor. Während der Jänner deutlich kälter war als 2018 (Verbrauch plus 17 Prozent), sorgten überaus milde Temperaturen im Februar (Verbrauch minus 22 Prozent) und März (minus 34 Prozent) für eine wesentliche Einsparung bei den Heizkosten.

Daran konnten auch die außergewöhnlich tiefen Temperaturen im April (Verbrauch plus 38 Prozent) und Mai (plus 400 Prozent) nichts mehr ändern. Ein durchschnittlicher Haushalt erspare sich im Vergleich zum Vorjahr in Summe rund 60 Euro an Kosten, so Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik.

100 Millionen investiert
Und das Unternehmen verweist stolz auf seine Investitionen: In den vergangenen zwei Jahren wurden von der Energie Steiermark gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen Energie Graz und Partnern über 100 Millionen Euro in die Aufrüstung der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz gesteckt. „Durch den Ausbau des Heizwerkes in der Puchstraße, die Nutzung von Abwärme aus der Papierfabrik Sappi und dem Stahlwerk Marienhütte, das Projekt Helios, die Errichtung eines neuen Biomasse-Heizwerkes und andere Projekte sind wir nun erfreulicherweise komplett unabhängig von externen Wärme-Lieferanten aufgestellt“, so Vorstandssprecher Christian Purrer.

Das Ende der Lieferbeziehung mit dem Verbund - dieses wurde nun auch formal bestätigt - sei damit kein Problem für die Belieferung der steirischen Kunden, betont Purrer: „Für eine umfassende Ausbau-Offensive ist genügend Wärme in unserem Bereich gesichert vorhanden. Wir sind bestens gerüstet und speisen mittlerweile aus über 15 unterschiedlichen, heimischen Quellen ein. Vor allem wollen wir den Anteil an Erneuerbarer Energie weiter anheben“.  

Für externe Liefer-Angebote sei man „grundsätzlich offen, aber nur dann, wenn auch der Preis für unsere Kunden stimmt und die Nachhaltigkeit der Erzeugungs-Quellen tatsächlich gegeben ist“. Denn: „Heizen muss leistbar bleiben, aber gleichzeitig das Klima möglichst wenig belasten“.

Speichersee im Grazer Süden geplant
Um die Wärme für Graz noch „grüner“ zu machen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren, arbeitet die Energie Steiermark gemeinsam mit dem dänischen Partner VKR weiter intensiv am Projekt „Big Solar“ - einem Speichersee im Süden von Graz, der durch Sonnen-Kollektoren im Sommer aufgeheizt und im Winter das gespeicherte, warme Wasser ins Netz einspeisen soll.

„Wir wollen die steirische Wertschöpfung des Projektes deutlich anheben und durch neue Technologien mehr grüne Wärme ins Fernwärmenetz bringen“, so Vorstandsdirektor Martin Graf über die laufende Planungs-Phase. Der aktuelle Anteil erneuerbarer Energie im Grazer Netz von rund 25 Prozent soll bis 2030 gemeinsam mit Partnern auf 50 Prozent angehoben werden.

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