Sexuelle Übergriffe?

Ermittlungen am Militärgymnasium Wr. Neustadt

Österreich
31.03.2010 18:41
Nach den jüngsten Verdachtsfällen auf sexuelle Übergriffe am Militärgymnasium Wiener Neustadt untersucht nun das Verteidigungsministerium (Bild) die Vorwürfe. Ein 15-Jähriger soll mehrere Klassenkameraden belästigt haben. Angeblich ist auch der Selbstmord eines ehemaligen Eleven auf Übergriffe durch einen Mitschüler zurückzuführen.

Man wolle sich ein Gesamtbild verschaffen, um über allenfalls nötige weitere Maßnahmen wie psychologische Betreuung der Schüler entscheiden zu können, erklärte Ute Axmann vom Ministerium am Mittwoch.

Bereits Mitte März hatte die Mutter eines Schülers den Verdacht geäußert, dass ein 15-Jähriger mehrere Klassenkollegen missbraucht habe. Der Verdächtige wurde suspendiert. Nachdem das LKA Niederösterreich den Vorwurf untersucht hatte, aber nicht bestätigen konnte, wurde der Verweis wieder zurückgenommen. Auf den Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft warte man allerdings noch.

Suizid von 18-Jährigem auf Missbrauch zurückzuführen?
Untersucht wird von der Kontrollabteilung auch der Suizid eines ehemaligen Schülers. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtete, beging der junge Mann im Dezember 2009 Selbstmord, nachdem er etwa ein Jahr davor im Internat der Schule von einem älteren Zögling körperlich und sexuell misshandelt worden war. Das sprach der 18-Jährige kurz vor dem Freitod auf die Handy-Mailbox seiner Schwester. Dabei nannte er auch den Namen des Täters, gegen den die Staatsanwaltschaft Innsbruck nach einer Anzeige durch die Eltern des Selbstmörders nun ermittelt. 

Schüler des Militärgymnasiums sagten bei polizeilichen Einvernahmen aus, dass Züchtigungen durch Ältere im Heim regelmäßig passiert seien. Die Leitung erklärte, von den Vorgängen nichts bemerkt zu haben.

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