„Ja zu Bierversuchen!“

Kreativ: Via Crowdfunding zum eigenen Lokal

Crowdfunding ist bereits seit einigen Jahren auch in Wien ein Begriff. Immer mehr Unternehmer wollen ihre Projekte nicht klassisch über Banken finanzieren, sondern erhoffen sich durch private Investoren den notwendigen Geldfluss. Nachdem die „Wrapstars“ als Pioniere für die Lokal-Finanzierung via Crowd erst vor wenigen Tagen ihr Kampagnenziel erreichten, versucht nun auch der „Biergreissler“ seinen Traum vom eigenen Bierlokal über Crowdfunding zu verwirklichen.

„Wir haben überlegt, wie wir unser neues Lokal promoten werden - also Marketingaktionen und Planung. Dabei war schnell klar, dass viele dieser Aktionen auch im Rahmen eines Crowdfundings gesetzt werden müssten. Da Baustellen nie 100 Prozent so verlaufen, wie man es plant und die Kosten steigen, war es eine gute Chance, um unser Budget gegen diese Kostensteigerung abzusichern und gleichzeitig gleich Werbung für unser Lokal zu machen.“, erzählt Marco Ertl, Co-Founder der „WrapStars“ im City4U-Talk. Bereits zu Beginn ihrer Crowdfunding-Aktion hatten er und sein Team ein gutes Gefühl, zumindest das erste Ziel von 15.000 Euro gemeinsam mit der Community erreichen zu können. 

Schlussendlich haben sie insgesamt mehr als 31.000 Euro lukriert. „Viele, die die unterschiedlichen Formen von Crowdfunding nicht kennen, denken sicherlich, dass dieses Kapital gespendet wurde. Aber in Wirklichkeit ist der Großteil dieses Geldes mehr eine Vorfinanzierung / ein Vorverkauf für unsere Kunden. Wir haben jetzt Gutscheine, spezielle Deals etc. vorverkauft und können das Geld nun für den Bau des Lokals nutzen. In ein paar Monaten bekommen unsere Unterstützer/innen aber ihre Gegenleistung wie Caterings, Mittagessen etc.. Deswegen bleibt am Ende des Jahres nur noch ein kleiner Teil der Summe wirklich übrig. Aber das ist auch vollkommen fair - wir bekommen früher Geld zum Bau und geben es später in Form von Essen als Dankeschön zurück - ein schöner Kreislauf. Vor allem, da wir eine enge Beziehung zu unseren Kunden und auch Menschen, die uns auf unserem Weg mit großen oder kleinen Aktionen helfen, pflegen.“ 

„Es gibt uns einfach ein gutes Gefühl für das Lokal

Die Burschen von Wrapstars würden sich stets wieder für eine Finanzierung via Crowdfunding entscheiden. „Es ist zwar deutlich mehr Arbeit als man zunächst annimmt, aber das Kapital plus die dadurch erzeugte Werbung ist extrem wichtig für uns. Weiters bindet es unsere Unterstützer/innen noch mehr an Wrapstars - es ist wie ein neues Level in unserer Beziehung zu ihnen.“ Sie würden den Schritt dementsprechend auch jedem empfehlen, der eine Community hinter sich hat. 

Das erste Wrapstars-Lokal soll am 11. Juli in der Nelkengasse 1 im 6. Bezirk eröffnet werden. Neben köstlichen frischen Wraps aus hausgemachten Zutaten von regionalen Unternehmen erwarten die Besucher auch „Bowls mit neuen hausgemachten Toppings, frische Salate, einige Sides, Specials für größere Gruppen zum Reservieren, wie eine ganze Pulled-Pork-Schweineschulter inkl. Tapas und eine vollwertige Bar mit Natural Wine, Cocktails und anderem Schabernack.“ Die Vorfreude ist riesig, vor allem auch ob des Crowdfundings. „Es gibt uns einfach ein gutes Gefühl für das Lokal - wenn uns jetzt schon so viele Menschen unterstützen, dann werden uns auch viele Menschen im Lokal besuchen und uns dabei helfen, einen guten Start hinzulegen.“

„Ja zu Bierversuchen!“

Auch der Wiener „Biergreissler“ Max Gaspar ist von der Idee des Crowdfundings überzeugt. Unter dem Motto „Ja zu Bierversuchen“ möchte er mittels der Plattform startnext.com ein Bierlokal in der Burggasse 18 eröffnen. Die Grundfinanzierung sei zwar bereits gesichert, die Aktion ermögliche aber vor allem Unabhängigkeit, erklärt er im City4U-Talk. „Unabhängigkeit spielt ja auch beim Bier-Konzept eine große Rolle. Wenn das Crowdfunding-Ziel erreicht oder gar überschritten wird, können wir mehr Geld in Equipment wie Zapfanlagen, Kühlmöglichkeiten und mehr investieren, ohne uns von Bank oder Brauerei abhängig machen zu müssen“, so Gaspar. Zudem ermögliche es eine Steigerung des Bekanntheitsgrades der Marke „Biergreissler“ und sei eine weitere Möglichkeit, direkt mit Kunden und potenziellen Kunden in Kontakt zu treten.

Zur Unterstützung der Crowdfunding-Aktion werden diverse Packages auf startnext.com angeboten. Der Gegenwert, den die potenziellen Investoren bekommen, ist von der Höhe des eingesetzten Betrages abhängig und reicht von einem 20-Euro-Gutschein bis zu Gratis-Bier ein Leben lang. „Für die richtigen Bierfreaks empfehle ich eine der vier Hopfenclub-Varianten, wo man ab 50 Euro Rabatte auf alle Konsumationen im Lokal und die Einkäufe in beiden Biergreissler-Shops erwerben kann. Interessanterweise stößt hier die teuerste Variante ,Du bist Platin‘ um 250 Euro auf das größte Interesse. Bei dieser erhält man auf Lebenszeit 15 Prozent Rabatt.“

Binnen weniger Tage wurde bereits mehr als die Hälfte des ersten Funding-Ziels erreicht. Den „Biergreissler“ freut‘s: „Ich wusste zwar, dass einige Personen investieren wollten, allerdings war ich schon überrascht, dass wir nach drei Tagen schon bei 42 Prozent lagen, ohne dass diese Personen bis dato investiert hatten.“

Eröffnung im November geplant

Die Eröffung des ersten Biergreissler-Bierlokals ist für November geplant. Die Kunden erwartet im zukünftigen Lokal im siebten Bezirk ein Biersortiment aus sechs bis acht Fassbieren und rund 80 Flaschenbieren, welche größtenteils aus kleinen, privaten Brauereien stammen. Dazu gibt‘s noch ausgewählte Weine und Spirituosen sowie eine kleine, feine Speisekarte mit kalten und warmen Speisen - wobei hier der Fokus auf hochwertigen, regionalen Zutaten liegt. „Von der Einrichtung her wollen wir ein gemütliches Wohnzimmer schaffen, von denen es in Wien leider immer weniger gibt. Dementsprechend wird es ein zusammengewürfelter Mix aus älteren Möbeln, viel Kerzenlicht und alten Bildern an der Wand. Wird übrigens ein Nichtraucherlokal, weil mich schon ein paar Leute darauf angesprochen haben.“, so Max. 

Mai 2019

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Julia Ichner
Julia Ichner

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