Viele Autolenker waren wohl überrascht, als sie mitten in der Nacht in die "Großrazzia" gerieten. Es war kein nächtliches Kapitalverbrechen, das zur landesweiten Kontrolle geführt hatte, sondern eine länger vorbereitete österreichweite Schwerpunktaktion. In Tirol standen die Polizisten an den A12-Kontrollstellen Kundl und Radfeld, auf der A13 bei Schönberg sowie bei Musau und Nauders.
"Insgesamt führten wir rund 3.000 Fahndungsanfragen durch", bilanzierte Landespolizeikommandant Helmut Tomac. Auch auf mögliche gestohlene Autos, gefälschte Dokumente oder mitgeführtes Einbruchs- bzw. Diebesgut wurde Augenmerk gelegt.
Diensthunde wurden angesetzt, um Fahrzeuge nach versteckten Drogen zu untersuchen. Die Großrazzia wurde kürzlich bei einem Treffen der Landespolizeikommandanten mit Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) vereinbart.
Das überschaubare Ergebnis: Vier Personen wurden wegen illegalen Aufenhalts (Fremden- und Asylrecht) festgenommen, zwei weitere waren gerichtlich zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Außerdem stellten die Beamten 81 Verwaltungsübertretungen fest - vom Schnellfahren bis hin zum nicht angegurteten Fahrzeuginsassen.
"Zahl der Aufgriffe nicht alleine entscheidend"
Etwaige Kritik, dass der hohe personelle und finanzielle Aufwand der Polizei in keiner Relation zum erzielten Aufgriffsergebnis stehe, weist Tomac zurück. "Es geht bei solchen Aktionen auch darum, Präsenz zu zeigen und einen gewissen Fahndungsdruck aufzubauen." Für diesen Druck ist natürlich die Personalausstattung entscheidend. Tomac: "In den vergangenen zwei Jahren haben wir 88 neue Stellen hinzubekommen."
Tirol liege, was illegal in Österreich aufhältige Personen betreffe, nach Wien an zweiter Stelle, gibt Tomac zu bedenken. Er kündigte weitere solcher Aktionen an.
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