So, 26. Mai 2019
17.05.2019 08:01

„Avalanche“

Mega-Botnetz zerschlagen: Beschuldigte vor Gericht

Nach Abschluss der Ermittlungen zum zerschlagenen Botnetz „Avalanche“ müssen sich jetzt elf Beschuldigte aus den USA und Osteuropa wegen bandenmäßigen Computerbetrugs und Geldwäsche vor Gericht verantworten. Die cyberkriminelle Struktur verursachte weltweit einen Schaden von hundert Millionen Dollar, teilte die an den Ermittlungen beteiligte Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Verden am Donnerstag mit.

Deutsche Ermittler hatten 2016 zusammen mit dem FBI und weiteren internationalen Sicherheitsbehörden die weltweit größte Infrastruktur zum Betrieb von Botnetzen zerschlagen. Allein aus der Führungsebene des kriminellen Netzwerks identifizierten die Ermittler in einer international koordinierten Aktion 16 Hauptverdächtige. Sie gehören zu einem international agierenden Ring von Betrügern, die seit mindestens 2009 die Infrastruktur „Avalanche“ für Phishing-, Spam-Kampagnen und Bankbetrug nutzen.

Zeitgleich über 50.000 Rechner kontrolliert
Wöchentlich seien mehr als eine Million Spam- oder Phishing-Mails mit schädlichem Anhang oder Link verschickt worden. Durch Anklicken wurde der Computer infiziert und Teil von „Avalanche“. So konnten die Angreifer zeitgleich mehr als 50.000 Rechner kontrollieren, ausspionieren und für Attacken nutzen. Über das Netzwerk seien häufiger mehr als 20 Malwarekampagnen gleichzeitig gestartet worden. Bei einzelnen Initiativen seien jeweils mehrere zehntausend infizierte Rechner kontrolliert worden.

Opfer in Deutschland seien vor allem von der Malware „URLzone“ betroffen gewesen, mit der die Täter Überweisungen von fremden Bankkonten veranlassen konnten. Allein in Deutschland habe das einen Schaden von über 8,7 Millionen Euro verursacht.

Internationale Ermittlungen
Seit 2012 wurde in 40 europäischen und nicht europäischen Ländern gegen die Betreiber des Botnetzes ermittelt. Die Beschuldigten sollen den Angaben zufolge in Russland, Georgien, der Ukraine, Moldawien, Bulgarien und den USA vor Gericht kommen. In der Ukraine wurde im Februar 2018 der mutmaßliche Administrator von „Avalanche“ festgenommen. Auch in Deutschland werden laut den Ermittlern zwei Beschuldigte verfolgt, denen Geldwäsche in Bezug auf Gewinne aus der Malware vorgeworfen wird.

 krone.at
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