13.05.2019 20:08 |

Wildtiere in Not

Vom Winter gezeichnet - zum Abschuss frei gegeben!

Der strenge „Nachwinter“ wird vor allem für steirische Wildtiere in manchen Regionen erneut zum Drama: Wieder ist der Hunger groß! Und das ist nicht ihr einziges Problem: Gewisse Tiergruppen wurden - obwohl sie vom Winter schwer gezeichnet sind - schon zum Abschuss freigegeben.

Für unsere Wildtiere wurde der Winter regional zum heftigen Überlebenskampf; vor allem die Bundesforste wurden mit ihrer „Nicht-Füterungspolitik“ und sogar dem Entfernen von Futterstellen massiv kritisiert, ihnen wird klar unterstellt, zugunsten von „Wald statt Wild“ die Population dezimieren zu wollen.

Die Folgen des strengen Winters mit regional unglaublichen Schneemassen werden langsam sichtbar: „Es sind sicher mehr Tiere verendet als sonst“, weiß Martin Prumetz, Ex-Jäger und Bundesforste-Kritiker. Und das, sein bitterer Nachsatz, „obwohl es ohnehin schon so wenige Rehe und Hirsche gibt, sie auf so kleinen Lebensraum zurückgedrängt wurden“.

Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof ersucht Wanderer, den Fund von toten Tieren dem zuständigen Jäger zu melden. „Damit dieser den Körper entfernen kann. Und damit wir auch wissen, wie hoch der Ausfall in dieser Saison war.“

Die Wildtiere haben noch mehr Probleme: Gewisse Gruppen, vor allem junge Rehe und Hirsche, wurden bereits wieder zum Abschuss frei gegeben. „Verantwortungsbewusste Jäger machen das in Gebieten, wo das Wild geschwächt ist, allerdings sicher nicht!“ Bei Gams und Steinwild richtet sich der Abschussplan erst nach den Zählungen.

Und die Kälte lässt auch Ausfälle bei den gerade geborenen Babys befürchten. Mayr-Melnhof: „Wenn das mit der Kälte und Feuchtigkeit so weitergeht, haben die schon gesetzten Kitze und jene, die in den nächsten Tagen zur Welt kommen, nur sehr geringe Überlebenschancen“.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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