Sa, 25. Mai 2019
13.05.2019 06:21

„Game of Thrones“

Am Ende kann es nur eine „Mad Queen“ geben!

Tragische Verluste, das überraschend schnelle Ende einer großen Bedrohung und die Offenbarung eines gefährlichen Geheimnisses - nach vier aufwühlenden Folgen geht es jetzt in „Game of Thrones“ ans Eingemachte. In Folge 5 von 6 der finalen Staffel der HBO-Serie sind alle Augen auf Königsmund gerichtet, wo sich Cersei Lennister und Daenerys Targaryen zur allesentscheidenden Schlacht um den Eisernen Thron gegenüberstehen. Welche Königin noch steht, wenn sich die Asche in „Die Glocken“ gelegt hat, und was uns jetzt am Ende droht, dürfte für einen Aufschrei bei den Fans sorgen. Die wohl brennendste Frage: Von wem müssen wir uns jetzt für immer verabschieden? Achtung, hier wird gespoilert!

Nach der wahrhaft epischen Schlacht der „Langen Nacht“ in Folge 3 der HBO-Serie, in der zahlreiche beliebte Charaktere ebenso überraschend wie der Nachtkönig und seine Zombie-Armee das Zeitliche segneten, war auch die vermeintliche Atempause in Folge 4 mit „den letzten Starks“ von trügerischer Natur.

Das große Sterben ging nach den alkoholgeschwängerten Feierlichkeiten auf Burg Winterfell, bei dem sich zur Freude vieler endlich zwei ganz besondere Ritter lieben durften, munter weiter. Ein prominentes Opfer stürzte buchstäblich vom Himmel, eine weitere beliebte Figur musste sich von ihrem Kopf trennen.

Krieg der Königinnen
Am Ende standen sich dann Cersei Lennister (Lena Headey) und Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) mit hasserfüllten Blicken an den Toren von Königsmund gegenüber - die eine siegessicher auf der Mauer der Hauptstadt, die andere davor und voller Tatendrang, der fiesen Kontrahentin endlich ein feuriges Ende zu bereiten.

Da war man sich gar nicht mehr so sicher, ob nicht doch die Drachenmutter, die uns über acht Staffeln als würdige und gerechte Herrscherin von Westeros schmackhaft gemacht wurde, nun plötzlich der allerletzte Feind ist, den es auszuschalten gilt.

„Der wahre Erbe des Eisernen Throns“
Die Auflösung dieses Dilemmas in Folge 5 wird bei Fans für eine Welle der Empörung sorgen: Sieht man Varys (Conleth Hill) zu Beginn noch eine Nachricht an einen unbekannten Adressaten schreiben, in der zu lesen ist, dass Jon Schnee (Kit Harington) „der wahre Erbe des Eisernen Throns“ ist, dauert es nicht lange, bis sich die Sorgen vor einem neuen Tyrannen auf dem Thron zu bestätigen scheinen, und Varys muss als erstes Opfer der Folge brennen.

„Ich habe keine Liebe hier, nur Angst“, erklärt Daenerys Jon in einem letzten intimen Gespräch vor der Schlacht mit Blick auf ihre Position in Westeros. Fast wirkt es, als ob sie Jon, der zum wiederholten Male seine Loyalität ihr gegenüber beteuert, seine Popularität beim Volk neidet. Vor die Wahl gestellt, wählt sie deshalb ihren eigenen Worten zufolge auch die Angst als Mittel der Herrschaft. Ist das wirklich noch die Daenerys, die sieben Staffeln lang als Heilsbringerin und Hoffnung für Westeros galt? Kein guter Anfang vom Ende.

Alle Figuren in Position für die letzte Schlacht
Zwischenzeitlich dürfen sich dann alle übriggebliebenen Figuren in Position für die letzte Schlacht bringen. Tyrion (Peter Dinklage) und Jamie (Nikolaj Coster-Waldau) bekommen einen letzten gemeinsamen Moment. Der Königsmörder wurde von Daenerys‘ Truppen beim Versuch in die Stadt zu gelangen, aufgegriffen. Die Bitte seines kleinen Bruders, sich davonzustehlen und weit weg ein neues Leben zu beginnen, schlägt er aus, bekommt aber von Tyrion den Schlüssel für seine Fesseln. Ebenso wie Arya (Maisie Williams) und Sandor „Bluthund“ Clegane (Rory McCann) schafft es Jamie noch ins Innere von Königsmund, bevor das Kämpfen losgeht.

Alle Blicke sind in den Himmel gerichtet, aus den Wolken stürzt sich Daenerys auf Drogon hinunter und eröffnet das Finale. Als Erstes vernichtet Drogons Feuer die gesamte Eiserne Flotte, Euron Graufreud (Pilou Asbaek) springt gerade noch von Bord, bevor auch sein Flaggschiff in Flammen aufgeht. Lange kann der Herrscher der Eisernen Inseln dem Tod aber nicht entkommen, er findet, kaum wieder festen Boden unter den Füßen, dank Jamies Schwert im Zweikampf den Tod und stirbt mit einem Lächeln im Gesicht.

Schnell sind indessen sämtliche sogenannten Skorpione, speziell angefertigte Ballista-Geschütze mit großen Stahlbolzen, die noch in Folge 4 Rhaegal ein entsetzliches Ende bereitet haben, ausgeschaltet. In einer feurigen Explosion sind zudem Cerseis Truppen vor den Mauern der Stadt Geschichte - und der Weg für Daenerys Truppen ins Innere ist frei.

Blutiges Gemetzel und flammendes Inferno
Am Boden entfaltet sich ein blutiges Gemetzel, das sich durch die Hauptstadt von Westeros zieht, wie das Feuer, das Drogon von oben auf Gebäude und Menschen zugleich regnen lässt - ohne Rücksicht auf die unbewaffneten Bewohner der Stadt, die von Cersei ins Innere der Befestigungsanlage der Roten Burg gepfercht worden sind. Entgegen der Hoffnung Tyrions beendet Daenerys in ihrer rasenden Wut den Angriff auch dann nicht, als wie vereinbart die Glocken geläutet werden.

Cerseis Soldaten, die bereits ihre Schwerter niedergelegt haben, werden in der Raserei von Grauer Wurm (Jacob Anderson), der den Verlust von Missandei nicht verkraften kann, und den Unbefleckten hinterrücks abgeschlachtet. Jon Schnee kann das Blutbad ebenso wenig verhindern, wie Tyrion, der das Inferno aus einiger Entfernung mit Entsetzen tatenlos mitansehen muss.

Ein Inferno, dass die Fans der Serie schon jetzt spaltet: Denn Daenerys Targaryen wird, ihrem Vater Arys II folgend, tatsächlich zur „Mad Queen“, zur verrückten Königin, die mit einem brennenden Hass in den Augen auf dem Rücken ihres Drachen Königsmund in Schutt und Asche legt. „Dracarys“ war Missandeis letzte Forderung an ihre Königin, die sie beim Wort nimmt und alles und jeden niederbrennt.

Es heißt Abschied nehmen
Da ist es fast schon nur mehr eine Nebensache, wenn dann Cersei im Moment ihres Todes noch ein letztes Mal ihren geliebten Jamie umarmen darf. „Nichts anderes ist noch von Bedeutung“, sagt ihr der heimgekehrte Bruder und Vater ihrer Kinder, bevor beide in den Katakomben unter den Trümmern der in sich zusammenstürzenden Roten Burg begraben werden.

Abschied nehmen heißt es auch vom „Bluthund“. Sandor Clegane ist zusammen mit Arya inmitten des Gemetzels bis in die Rote Burg vorgedrungen. Bevor sie die Stufen hinauf zu Cersei besteigen, kann er Arya davon überzeugen, zu flüchten. Bleibt sie, ist er überzeugt, wird sie „heute hier sterben“. Arya dankt ihrem langjährigen Weggefährten und einstigem Entführer und tritt tatsächlich den Rückzug an.

Vor spektakulärer Kulisse der zusammenstürzenden Roten Burg kommt es zur lange erwarteten und unvermeidlichen Konfrontation zwischen den Clegane-Brüdern, von Fans „Cleganebowl“ getauft. Weil der „Berg“, wie der gigantische Gregor Clegane genannt wird, nicht und nicht sterben will, stürzt sich Sandor mit seinem Bruder in die Tiefe.

„Das darf nicht wahr sein“: Fans sind empört
Doch all die tragischen Tode, all das Gemetzel, aller Spezialeffekte-Bombast, an dem es Folge 5 wahrlich nicht mangelt, können nicht von Daenerys Wandlung in die „verrückte Königin“ ablenken, die zahlreiche Fans in die pure Verzweiflung treibt - wie auch die ersten zahlreichen verärgerten Reaktionen in sozialen Netzwerken deutlich machen.

Nicht alle sind allerdings empört, so mancher Fan hat die Entwicklung kommen sehen - was angesichts der Holzhammer-Methode der letzten Folgen nicht schwer war - und sich mit Daenerys‘ dramatischer Entwicklung abgefunden oder gar angefreundet.

An dieser Stelle soll an die sicher nicht zufällig gewählten Worte Melisandres‘ (Carice Van Houten) erinnert werden. Die Rote Priesterin prophezeite Arya Stark, dass sie Augen für immer schließen werde - braune Augen, blaue Augen und grüne Augen". Braune und blaue hat Arya schon abgehakt, fehlen nur noch grüne - wie sie Daenerys hat.

Kommenden Montag ist „Game of Thrones“ dann mit Folge 6 endgültig zu Ende!

Harald Dragan
Harald Dragan

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