So, 26. Mai 2019
13.05.2019 10:45

Traurige Entwicklung:

Gewalt an Frauen ist wieder stark gestiegen

Besorgniserregend sind die jüngsten Zahlen aus dem Innenministerium. Seit 2015 ist in Oberösterreich die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung um ein Viertel auf insgesamt 147 gestiegen. Auch bei den Nötigungen gab es in den letzten drei Jahren eine deutliche Zunahme. Die gefährlichen Drohungen gingen zurück.

Wieder mehr Gewalt an Frauen! Das bestätigte Innenminister Herbert Kickl von der FPÖ dem Grünen-Bundesrat David Stögmüller bei der Beantwortung seiner schriftlichen Anfrage. Seit 2015 sind in Oberösterreich die Anzeigen wegen Vergewaltigung von 117 auf 147 gestiegen – siehe Grafik. Ein Viertel aller Straftaten passierte innerhalb der Familiengemeinschaft.

Auch mehr Nötigungen
Bei den geschlechtlichen Nötigungen gab es in den vergangenen drei Jahren ebenfalls ein Plus: 63 Fälle wurden 2018 registriert, 2015 waren es noch 52.

Weniger Betretungsverbote
Die Anzeigen wegen gefährlicher Drohung sind hingegen rückläufig. 2016 wurden 2315 Fälle gemeldet, ein Jahr später 2277 und im Vorjahr 2054. Ein Minus ist auch bei den Betretungsverboten aufgrund häuslicher Gewalt feststellbar.Nach 1356 Verboten im Jahr 2017 sank die Quote im Vorjahr auf 1142.

Forderung nach mehr Frauenhäusern
Für Stögmüller sind die statistischen Daten aber alles andere als erfreulich. „Die Zahlen zeigen, dass sich viele Gewalttaten gegenüber Frauen meistens zuhause im Familienverband abspielen.“ Aus seiner Sicht braucht es deshalb flächendeckend Frauenhäuser, wo Frauen mit ihren Kindern in einer Notsituation unterkommen können. In Oberösterreich gibt es fünf Frauenhäuser. Die Unterkünften stehen in Linz, Wels, Steyr, Ried und Vöcklabruck. „Gerade im ländlichen Raum gibt es noch viel zu wenige dieser wichtigen Einrichtungen. Manche Regionen fordern schon seit Jahren ein Frauenhaus, werden von der Politik aber immer nur vertröstet“, ärgert sich Stögmüller.

Mario Zeko
Mario Zeko

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