26.03.2010 10:35 |

Blutige Verletzungen

Völlig verwahrloste Dreijährige in Floridsdorf entdeckt

Ein völlig verwahrlostes Kleinkind ist am Donnerstagabend in einer Wohnung in Floridsdorf von Feuerwehrleuten, die eigentlich zu einem Routineeinsatz angerückt waren, entdeckt worden. Die 26-jährige Mutter leide an einer Psychose und habe sich offenbar nicht ausreichend um das dreijährige Mädchen gekümmert.

Die Kleine sei hygienisch mangelhaft versorgt, teilte die Polizei am Freitag mit. Probleme hat es offenbar auch schon früher gegeben: Laut dem Jugendamt haben die Eltern der Kleinen, die in diesem Monat ihren dritten Geburtstag feierte, seit längerem Drogenprobleme, das Kind wurde daher nach der Geburt im Jahr 2007 bis zum Juni 2009 betreut.

Die Großmutter väterlicherseits habe sich eingebracht und versprochen, sich regelmäßig mehrmals wöchentlich um das Kind zu kümmern, erklärte eine Sprecherin des Wiener Jugendamts (MA11) die Situation im Jahr 2009. Beide Elternteile hätten Substitutionsmittel bekommen, und damit habe die Versorgung gut funktioniert. Eine mögliche Gefährdung meldeten Nachbarn zuletzt im Frühjahr 2009, bei einem aus diesem Grund durchgeführten, unangemeldeten Besuch im Juni 2009 war aber alles in Ordnung, betonte die Sprecherin. "Es gab keine Auffälligkeiten. Dem Kind ist es gut gegangen."

Vater und Großmutter noch nicht gefunden
Danach gab es keinen Kontakt mehr. Im Jänner habe die Einrichtung "Wiener Wohnen" das Amt darüber informiert, dass der Familie eine Delogierung aus einer Wohnung in Favoriten drohe, so die Sprecherin. Darauf habe man zweimal versucht, Mutter und Vater schriftlich zu erreichen, aber keine Reaktion erhalten. Gefunden wurde das vernachlässigte Kind jetzt in einer Unterkunft in Floridsdorf. Vom Vater fehlt jede Spur, weder Jugendamt noch Polizei wussten am Freitag über seinen Aufenthaltsort bescheid. Auch die Großmutter sei jetzt noch nicht ausfindig gemacht worden, erklärte die MA11-Sprecherin.

Zufällige Entdeckung bei Einsatz wegen Rohrbruchs
Entdeckt wurden die Missstände nur zufällig - bei einem Routineeinsatz der Feuerwehr, die wegen eines Rohrbruches anrückte. Die Wohnung, in der das Mädchen gegen 18.15 Uhr gefunden wurde, war stark verschmutzt und ungepflegt, erklärte die Polizei. Die Dreijährige wies am Körper mehrere offene Hautstellen auf.

Seitens des Jugendamts hieß es am Freitag, dass noch keine Befunde bezüglich des Gesundheitszustandes des kleinen Mädchens sowie der Muter vorlägen. Beide befinden sich in Behandlung.

Die Mutter ist vorerst nicht vernehmungsfähig. Ermittelt wird gegen die 26-Jährige wegen Quälens bzw. Vernachlässigens einer unmündigen Person. Ein Verdacht auf Misshandlung stehe derzeit nicht im Raum, betonte ein Polizeisprecher. Bei den Problemen der Familie sei es stets um eine mangelhafte Versorgung des Kindes gegangen, betonte auch die MA11-Sprecherin. Zusätzlich hätten die Eltern miteinander Schwierigkeiten gehabt.

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