Bischofssynode

Nicht gewählter Pfarrer: „Hätte mir Mut gewünscht“

Als Herr Pfarrer und nicht als Bischof kam Andreas Hochmeir am Sonntag zurück in seine Gemeinde Wallern. Bei der Wahl zum Bischof der Evangelischen Kirche A.B. unterlag der 44-jährige Seelsorger nur knapp Michael Chalupka. Der Geistliche hätte sich von der anwesenden Synode „mehr Mut“ gewünscht.

„Krone“: Herr Pfarrer, es war eine wirklich spannende Wahl.
Andreas Hochmeir: Bis zu Schluss. Dann fehlte der Synode offenbar der Mut, einen jungen Bischof zu wählen. Aber es brauchte zwölf Wahlgänge und am Anfang waren die Stimmen durchaus ausgewogen, am Schluss dürfte dann aber die Erfahrung und Bekanntheit meines Mitbewerbers überwogen haben.

„Krone“: Hadern Sie mit der Entscheidung?
Hochmeir: Keinesfalls.Wir waren am Anfang drei Kandidaten und haben uns nach der Vorstellung und der dreieinhalbstündigen Befragung auf einen Kaffee zusammengesetzt und uns der gegenseitigen Unterstützung versichert. Ich habe Michael Chalupka auch gratuliert und ihm meine Unterstützung angeboten.

„Krone“: Ist in Wallern die Enttäuschung groß, dass der Herr Pfarrer nicht Bischof wurde?
Hochmeir: Im Gegenteil. Man hatte Angst, dass ich weggehe. Am Ostersonntag ist ein älterer Mann unter Tränen auf mich zugekommen, bat mich, dass ich bleiben soll. Diese Ängste muss man jetzt nicht mehr haben. Ich bleibe Pfarrer in Wallern.

„Krone“: Haben Sie am Sonntag die Messe gehalten?
Hochmeir: Die Messe nicht, um 14 Uhr hatte ich eine Taufe.

„Krone“: Diese hätten Sie auch gespendet, wenn Sie Bischof geworden wären.
Hochmeir: Ja, aber das Taufsakrament ist nicht weniger wert, weil ich es als Pfarrer gespendet haben.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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