Ehem. KZ Mauthausen:

Gedenkkultur weitergeben an die nächste Generation

Heute, Sonntag, findet im ehemaligen KZ Mauthausen um 11 Uhr die 74. internationale Befreiungsfeier statt. Im Vorfeld fiel bei einer Studie über das Holocaust-Wissen in Österreich 42 Prozent der Befragten dieses Todeslager nicht ein. Wir sprachen mit der Leiterin des Memorials, DDr. Barbara Glück, darüber.

OÖ-Krone": Ist dieses weit verbreitete Nichtwissen für Ihre Arbeit in und mit der GedenkstätteMauthausen ein Ansporn oder eher eine Entmutigung?
Barbara Glück: Natürlich sind die positive Resonanz, die wir auf unsere Gedenkarbeit erleben, aber auch solche ernüchternde Zahlen permanent ein Anspornfür uns, weiterzumache und noch mehr nach außen aufzutreten. Wir haben auch eine Studie von OGM, nach der der Bekanntheitsgrad der Gedenkstätte bei 96 Prozent liegt.

“OÖ-Krone„: Am Sonntag (5. Mai, 11 Uhr) ist wieder Befreiungsfeier in Mauthausen. Welchen Stellenwert haben solche jährlichen Rituale für die Gedenkarbeit?
Barbara Glück:
Ich glaube, es ist ganz ganz wichtig, dass wir die Gedenkkultur weitergeben an die nächste Generation. Das sehe ich als Aufgabe der Gedenkstätte, dass wir den Rahmen und die Möglichkeiten schaffen, dass sich junge Menschen ihr Gedenken selber gestalten können. Wir fragen sie: Was ist euch wichtig an diesem Ort und wie möchtet ihr damit umgehen? Ich glaube, so schaffen wir das Weitergeben des Gedenkens.

“OÖ-Krone„: Warum müssen wir es denn weitergeben?
Barbara Glück: Es ist ein Teil unserer Geschichte. Wir können diese Geschichte nicht ausblenden, sie ist ein Teil von uns. Und wir müssen lernen, damit umzugehen und es auch zu verstehen.

“OÖ-Krone„: Der Anspruch ist immer: aus der Geschichte lernen!
Barbara Glück: Natürlich, die Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Aber es geht auch darum, den Bogen zu spannen ins eigene Handeln. So Themen wie Zivilcourage und Handlungsoptionen, um die geht es ganz stark. Die Fragen für all das können wir stellen, aber die Antworten müssen sich die jungen Menschen dann schon selber geben.

„OÖ-Krone“: Apropos Antworten: Was kann man über das KZ Mauthausen erfahren, was muss man darüber wissen?
Barbara Glück: Sie meinen historisch gesehen? Sie finden dafür auf unserer Website www.mauthausen-memorial.org eine Zusammenfassung. Wir verwenden auch die sozialen Netzwerke, etwa Facebook, um mit unserem Bildungsauftrag aktiv auf die jungen Menschen zuzugehen.

Interview: Werner Pöchinger

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