29.04.2019 06:14 |

Das Ende ist da

„Game of Thrones“: Schlacht sprengt alle Grenzen

Es wurde als die größte Schlachtplatte angekündigt, die jemals im TV zu sehen war: In der Nacht auf Montag ist „Game of Thrones“ für knapp 80 Minuten zum ultimativen Survival-Horror geworden, wenn sich die Menschen von Westeros in Winterfell dem Nachtkönig und seiner untoten Armee zum entscheidenden Kampf entgegenstellen. Ob das epische Gefecht dem Hype gerecht wird, und wer am Ende noch unter den Lebenden weilt oder in den Reihen der Weißen Wanderer mitmarschiert, lesen Sie hier. Mit Spoilerwarnung!

Die dritte der letzten sechs Folgen der epischen HBO-Fantasyserie stand ganz im Zeichen der mit düsterer Spannung erwarteten Schlacht in Winterfell zwischen den Menschen und den Weißen Wanderern. Der Nachtkönig, wie in Folge 2 von Bran Stark zu erfahren war, will nichts Geringeres, als die Menschen und ihre Geschichte bis auf den letzten Hauch Leben auszulöschen.

Epische Schlacht wird zum „Survival Horror“
Dass eine wahrhaft epische Schlacht bevorstehen würde, war schon allein daran abzulesen, dass mit Miguel Sapochnik jener Mann am Regiestuhl Platz nahm, der bereits mit der „Schlacht der Bastarde“ in Staffel 6 in die moderne Fernsehgeschichte einging und verdient mit einem Emmy ausgezeichnet wurde. Wer wäre besser geeignet, die Menschen in die letzte Schlacht gegen den Nachtkönig zu führen?

Die Dreharbeiten für die Schlacht um Winterfell nahmen 130 Tage in Anspruch - wesentlich länger als viele große Hollywood-Produktionen. Die größte Herausforderung für Regisseur Sapochnik dabei war, „Kampfmüdigkeit“ beim Publikum um jeden Preis zu vermeiden - denn bei einer Spieldauer von rund 80 Minuten würden die Zuschauer bei einer einzigen langen Kampfszene irgendwann abschalten.

Und so wurde die dritte der finalen sechs Folgen schließlich zum ultimative Survival-Horror für Jon Schnee, Daenerys Targaryen, Tyrion Lennister, Sansa und Arya Stark und alle anderen, die sich in Winterfell eingefunden haben, um sich dem übermächtigen Gegner aus dem Norden entgegenzustellen. Passend für eine Serie, die ohnehin dafür bekannt ist, selbst die beliebtesten Figuren gnadenlos und ohne Vorwarnung ins Jenseits zu befördern.

Ein letzter Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit
Dann wird auch nicht lange gefackelt: Nach einem letzten tiefen Atemzug und einem letzten kurzen Blick auf die Helden beginnt die Schlacht. In letzter Minute taucht noch Melisandre, die rote Priesterin, auf; rechtzeitig um die Schwerter der berittenen Dothraki, die angeführt von Jorah Mormont die vorderste Front bilden, in einer von vielen spektakulären Szenen mit einem Zauber in Brand zu stecken. Ein letzter Hoffnungsschimmer in der dunkelsten Stunde (siehe Video unten).

Ein gigantisches Flammenmeer reitet in die Dunkelheit und wird von dieser verschluckt. Die Finsternis kommt immer näher und die Truppen vor Winterfell werden schließlich von einer wahren Flutwelle an Untoten überrollt. Wie eine Naturgewalt kommt die Armee des Nachtkönigs über die Menschen. Es folgt ein 45 Minuten langes Gemetzel, nur unterbrochen von den Schreien der Kämpfenden - und dem Feuer der beiden Drachen Drogon und Rhaegal, das Daenerys und Jon von oben auf den Feind regnen lassen.

Zombie-Apokalypse auf Burg Winterfell 
Bis ein Schneesturm, der mit den Weißen Wanderern die Burg erreicht hat, den Drachenreitern einen Strich durch die Rechnung macht. Und mit dem Sturm kommt auch der Nachtkönig auf seinem Eisdrachen. Als die Armee der Untoten schließlich die Mauern von Burg Winterfell erreichen, wird die Folge zur Zombie-Apokalypse, in der das Chaos herrscht, nur noch auf Untote und Menschen gleichermaßen eingehackt und eingestochen wird - und Arya gleich reihenweise Köpfe abschlägt.

Unaufhaltsam dringen die Weißen Wanderer in die Burg vor, den Überlebenden, denen keine Atempause vergönnt ist, bleibt immer wieder nur der Rückzug. Auch dem Zuschauer ist bis zu diesem Moment keine Atempause vergönnt. Ein Tempowechsel hält aber die befürchtete „Kampfmüdigkeit“ - man ist angesichts des epischen Spektakels schlichtweg erschlagen - in Schach. Aus der Schlachtplatte wird letztlich wie versprochen ein wahrer Survival-Horror, wenn sich die Helden ins Innere der Burg zurückziehen müssen und Arya in den dunklen Gängen von Schatten zu Schatten vor den Untoten flüchten muss.

Während es in der Burg nur noch ums nackte Überleben geht, liefern sich die Drachen am Himmel über Winterfell einen spektakulären Kampf, bei dem der Nachtkönig vom Eisdrachen in die Tiefe stürzt und Jon mit Rhaegal eine unsanfte Landung hinlegen muss. Auf dem brennenden Schlachtfeld vor den Toren der Burg kommt es zum vermeintlichen Showdown zwischen Gut und Böse.

Doch gerade als sich das Blatt für die Menschen zum Guten gewendet zu haben scheint, erblickt der Nachtkönig Jon auf dem Schlachtfeld und erweckt ALLE gerade erst Gefallenen wieder zum Leben - das gnadenlose Ende ist da und trägt das Gesicht der eigenen Kameraden und Freunde.

Die spektakulärste Schlacht der modernen TV-Geschichte
Begleitet von einsetzender Klaviermusik befindet man sich als Zuschauer zu diesem Zeitpunkt, wie Sansa und Tyrion in der Krypta unter der Burg, in Schockstarre. Die Fülle an spektakulären Szenen bis zu diesen finalen Momenten der Folge, ist schlichtweg zu viel, um es zu verarbeiten. Die Schlacht um Winterfell übertrifft alle Erwartungen und geht verdient als die größte Schlacht aller Zeiten in die Fernsehgeschichte ein.

Achtung, Spoiler: Wer den Kampf nicht überlebt
Es heißt aber auch, wie befürchtet, Abschied nehmen von zahlreichen liebgewonnenen Figuren: Den Anfang macht Edison Tollett, Jons Bruder bei der Nachtwache wird von den Untoten gleich zu Beginn der Schlacht niedergemetzelt. Berric Dondarrion stirbt dann im Burginneren, kämpfend an der Seite von Arya Stark und Sandor „Bluthund“ Clegane, der hingegen dem Tod erneut von der Schippe springt. Lyanna Mormont stirbt in den Händen eines Eisriesen, dem sie aber zuvor noch einen Schwert aus Drachenglass ins Auge rammt.

Melisandre kann die Menschen im Kampf gegen den Nachtkönig mit ihrem Zauber noch maßgeblich unterstützen und darf schließlich bei Sonnenaufgang nach der Schlacht einen friedlichen Tod sterben. Schon bei ihrem Abschied aus Westeros in Staffel 7 hatte sie Varys gesagt, dass sie noch einmal in dieses seltsame Land zurückkehren müsse, um hier zu sterben. Lächelnd fügte sie hinzu, dass ihn das gleiche Schicksal erwarte.

Jorah Mormont ist edler Ritter bis zum bitteren Ende: Er kämpft sich durch die Reihen der Untoten und darf bis zu seinem letzten Atemzug Daenerys vor dem sicheren Tod beschützen - und in den Armen seiner Angebeteten sterben. Wenn die Drachenmutter für ihren Ritter weint und sich Drogon auf dem brennenden Schlachtfeld schützend um Daenerys und Jorah schmiegt, lassen sich die Emotionen nur noch schwer zurückhalten.

Das tragischste Opfer der Schlacht ist aber Theon Graufreud. Er kann seinen früheren Verrat an den Starks als Beschützer von Bran endgültig wiedergutmachen. „Du bist ein guter Mann. Danke“ sind die letzten Worte, die Theon hört, bevor er sich mit der Waffe in der Hand schreiend dem Nachtkönig höchstpersönlich entgegenstellt - und von diesem niedergestreckt wird.

Am Ende ist es Arya, die aus der Dunkelheit springt, und mit einem einzelnen Messerstich das weitere Schicksal von ganz Westeros entscheidet.

Wenn dann in der letzten Einstellung der neue Tag in Winterfell anbricht, ist die Zukunft zwar ungewiss, aber nicht mehr ganz so düster. Die Frage, wer am Ende am Eisernen Thron sitzen wird, die bleibt weiter spannend.

Zumindest hat Cersei keine Kriegselefanten bekommen …

Harald Dragan
Harald Dragan
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