28.04.2019 15:24 |

Standpunkt

Die Kunst des Übergangs

Wilfried Haslauer ist ein Glücksfall für Salzburg. Als eleganter Bildungsbürger, der seine Macht dezent auszuüben versteht, repräsentiert er das Salzburger Selbstbewusstsein nahezu idealtypisch.

Der demnächst 63-jährige Jurist hätte sich in seiner eineinhalb Jahrzehnte dauernden politischen Laufbahn längst für andere höchste Positionen im Land und im Staat qualifiziert. Das kann nach einer vergleichbar langen Zeit in diesem Geschäft nicht von vielen Politikern behauptet werden. Und Haslauer wird seine Reputation klug zu nützen wissen.

Eine Tür aus dem Chiemseehof würde sich Ende kommenden Jahres öffnen. Wenn Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ihr Amt abgibt, wäre Haslauer ein Nachfolger von Format.

Die nötige Klasse brächte Haslauer auch mit, wenn die ÖVP für die Wahl des Bundespräsidenten einen geeigneten Kandidaten ins Rennen schicken will. Bei einem Blick auf das Personalreservoir der Kanzlerpartei bietet sich aus heutiger Sicht keine seriöse Alternative zum Salzburger Landeshauptmann an.

Da trifft es sich gut, dass Haslauer keine Verschleißerscheinungen erkennen lässt. Und er dabei in seiner ihm eigenen Cleverness dem Kronprinzen Stefan Schnöll die Stolperfallen auf dem von Sebastian Kurz ausgelegten roten Teppich zum Thron glatt tritt.

Bei solchen Übergängen verlangt die Wahl des richtigen Zeitpunkts hoher Kunstfertigkeit. Das schaffen nur die Souveränsten, die dann auch den entsprechenden Nachruhm ernten.

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