19.04.2019 20:00 |

Wache wird gestanden

„Graberl“ schauen in der Grödiger Kirche

Ein zugegeben etwas skurriler, aber österreichweit einzigartiger Brauch wird in der Pfarrkirche von Grödig zelebriert. Zu Ostern wird dort das Heilige Grab mit dem Leichnam Jesu Christi aufgebaut. Das Besondere dabei sind die „Grabsteher“. Bis morgen Abend wechseln sich die Jungschützen alle halbe Stunde mit der Wache ab. Beim „Graberl schauen gehen“ kann auch das Grödiger Fastentuch über dem Hauptaltar bestaunt werden.

Wann mit der Grabwache in Grödig begonnen wurde, ist ungeklärt. Aufzeichnungen darüber sind nicht vorhanden. Vermutet wird, dass die Grödiger Schützenkompanie dieses Brauchtum Mitte des 19. Jahrhunderts übernommen hat. Das „Grabstehen“ ist nur unverheirateten jungen Männern vorbehalten. Die zeremonelle Wachlöse findet alle 30 Minuten statt. 

Zum Grabstehen gehört auch der Brauch des „Schmecken“. Die Grabbesucher „schmecken“ an einem Blumenstrauß und kosten das Bier der Schützen. Mit einer kleinen Spende wird den Grödiger Schützen der Erhalt dieses alten Brauches erleichtert.

Altar mit Fastentuch verhüllt

Der Hochaltar der Pfarrkirche ist während der Fastenzeit mit einem Fastentuch aus dem 19. Jahrhundert verhüllt. Es zeigt Christus im Gebet am Ölberg. Hinter ihm führt Judas bereits die Schergen aus der Stadt in Richtung Ölberg, im Vordergrund schlummern zwei Jünger vor sich hin. Petrus hingegen ist noch putzmunter und bereitet sich - mit der Hand auf dem Schwert - auf das Bevorstehende vor. 

Das Fastentuch wurde übrigens vor nicht allzu langer Zeit restauriert und zeigt sich nun wieder in seinen Originalfarben.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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