Schock-Video

Schlagersong thematisiert Gewalt an Frauen

Blauer Himmel, Sonnenschein und Alpenidylle: Das Musikvideo zu Maschas neuer Single „Liebe siegt“ beginnt mit der Ästhetik klassischer Heimatfilme. Alles scheint in perfekter Ordnung - doch die Illusion trügt. Mit jeder Zeile wird das Lied düsterer, die Stimmung bedrohlicher. Mascha dreht ihr Gesicht in die Kamera und entblößt, was man im ersten Moment gar nicht wahrhaben will: Ein blaues Auge. Sie singt: „Und wenn die Hand ab und zu mal ausrutscht, lächle ich halt in grün und blau - ohne ihn wär mein Leben viel zu grau.“ City4U zeigt euch den Clip:

Spätestens jetzt wird klar: Dieser Schlager will es nicht mit Helene Fischer aufnehmen, sondern mit Männern, die ihre Partnerinnen schlagen. Der Song thematisiert die Verzweiflung von Frauen, die in einer gewalttätigen Beziehung stecken. Häusliche Gewalt ist bis heute ein Tabuthema, aber bei weitem kein Randphänomen: Jede fünfte Frau ist von körperlicher und/oder sexueller Gewalt mindestens einmal im Leben betroffen. Die Täter sind meist Partner, Ehemänner oder Ex-Freunde. Besonders gravierend ist auch die Anzahl der Frauenmorde: 2018 wurde fast jede Woche eine Frau vom Partner oder einem männlichen Familienmitglied getötet, im ersten Quartal 2019 waren es bereits zehn Frauen.

Mit „Liebe siegt“ richtet sich Mascha vor allem an die Gesellschaft: „Wir dürfen bei Gewalt an Frauen nicht wegschauen! Gewalt beginnt nicht erst bei der Ohrfeige, sie beginnt bereits dort, wo Frauen benachteiligt und diskriminiert werden. Daher muss auch viel stärker in die Gewaltprävention investiert werden, anstatt hier Kürzungen vorzunehmen.“ Dass der Song auf viele Menschen beklemmend wirkt, ist gewollt: „Ich finde es wichtig, die Brutalität dieses Themas ungeschönt darzustellen.“

Mascha bleibt bei „Liebe siegt“ ihrer Do-it-Yourself-Philosophie treu: Die Musik komponierte sie im Alleingang auf ihrem Laptop und auch das Musikvideo entstand in Eigenregie. Es ist die erste Single ihres im Herbst erscheinenden Debütalbums „mascha.exe“. Die Wiener Künstlerin will in keine Schublade gesteckt werden und bezeichnet ihren Musikstil als „Post-Genre“: Die Palette reicht von Elektropop über Chanson bis hin zu Schlager. 

April 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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