Fr, 24. Mai 2019
17.04.2019 20:10

Katias Kolumne

Lasst den Politikern doch ihren Luxus! Außer ...

So ein Politikerleben ist auch nicht immer leicht. Unter argwöhnischer Dauerbeobachtung können nämlich selbst Fischbuffets oder Armbanduhren schnell für erregte Empörung sorgen. Dabei sei es jedem Politiker vergönnt, Geld für Luxus auszugeben - solange es das eigene ist.

Ein opulentes Dinner, zu dem ein roter Wiener Gewerkschafter lud (siehe Posting unten), sorgte angesichts des offen zur Schau gestellten Luxus bei dem ein oder anderen Social-Media-Nutzer für helle Aufregung und bissigen Spott. Der Tenor: Überfluss und Hummer - das passt dem Vertreter einer Arbeiterpartei, die traditionell für Umverteilung und Gerechtigkeit kämpft, nicht zu Gesicht. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass darüber diskutiert wird, wie viel Luxus Politikern erlaubt ist.

Marken-Uhr, Slimfit-Anzüge, Edel-Champagner ...
So stand bereits der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda mit seiner namhaften Marken-Uhr im Zentrum einer Bobo-Diskussion, Ex-Bundeskanzler Christian Kern musste sich für seine Vorliebe für enge Maßanzüge den Titel „Slimfit-Kanzler“ gefallen lassen und die sündteure Spesenrechnung der rechten Fraktion im EU-Parlament für satte 228 Flaschen Edel-Champagner machte in Sachen Bodenständigkeit und Bürgernähe auch keinen besonders schlanken Fuß. Wie viel Luxus darf sich ein Politiker also leisten?

Grundsätzlich ist es völlig egal, was jemand mit seinem erwirtschafteten Geld anstellt. Diese Freiheit sollte fairerweise auch einem jeden Politiker zugestanden werden. Anders ist es, wenn es sich bei dem verprassten Geld um Steuergeld handelt. Und genau hier verläuft die so wichtige Trennlinie.

Ob Rolex oder Swatch: In der politischen Arbeit ist das egal
Auch, wenn die betonte Bescheidenheit in der Politikinszenierung derzeit Hochkonjunktur hat: ein Politiker muss keineswegs in asketischer Bescheidenheit leben, um seine Arbeit gut und anständig zu verrichten. Auch jemand, der sein Erspartes gerne in Luxusuhren angelegt sieht, kann sich für hehre, gesellschaftliche Ziele stark machen und für Gerechtigkeit eintreten. Das ist an und für sich kein Widerspruch.

Die Frage ist nur, wie glaubwürdig man dabei ist. Schwierig wird es dann, wenn der persönliche Lebensstil so gar nicht zur politischen Erzählung passt. Und wer seine Glaubwürdigkeit verliert, läuft letzten Endes Gefahr, auch Wählerstimmen zu verlieren.

Katia Wagner

 krone.at
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