Urwald-Droge in Wien

Wiener Schamane: „Ayahuasca ist sehr gefährlich“

Ayahuasca ist eine psychedelische Droge, die als braunes Getränk während schamanischen Sitzungen verabreicht wird, das nicht nur zu Halluzinationen führt, sondern auch zu einem Brechreiz. Es wird aus einer Liane, die nur im peruanischen Regenwald wächst und den Blättern eines Kaffeestrauchgewächses gebraut. Seit einigen Jahren gibt es Ayahuasca-Rituale auch in Wien, obwohl die freigesetzte Substanz - DMT - unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. City4U hat mit einem praktizierenden Wiener Schamanen über die Droge gesprochen.

Ayahuasca gilt als Naturheilmittel, welches zahlreiche Naturvölker in den Urwäldern Perus in ihren Heilzeremonien anwenden. Durch die Halluzination und die psychedelische Reise sollen tief verwurzelte Probleme gelöst, Abhängigkeiten beendet und alte Muster aufgebrochen. City4U hat bereits darüber berichtet. Jedoch hatte sich damals kein heimischer Schamane bereit erklärt, mit uns über das Thema zu sprechen. Nun hat sich das geändert und wir haben eine Antwort von Thomas Gutmeier alias Inka Schamane erhalten.

"Wir leben in einer Konsumgesellschaft und einer sehr schnellen Zeit. Viele Menschen sind auf der Suche nach Heilung für körperliche und seelische Probleme oder sind auf der Suche nach dem Sinn im Leben. Ein ,Wundermittel‘, das schnell und ohne großes eigenes Zutun spirituelles Wachstum oder sogar Heilung verspricht, klingt für viele sehr verlockend“, begründet Thomas Gutmeier die Popularität von Ayahuasca. Der Wiener ist seit 14 Jahren Schamane. Seine Ausbildung hat er bei Martin Brune in Deutschland absolviert, der eine westliche Form des Schamanismus lehrt. „Ich habe kurze Ausflüge in andere Richtungen gemacht, vieles war mir aber zu fremd.“

Gutmeier selbst hat keine persönliche Erfahrung mit Ayahuasca gemacht: „Ich kenne aus meiner Praxis zu viele Fälle, in denen die verschiedensten Drogen im Spiel waren und auch die vermeintlich ganz harmlosen stellen mit Körper, Geist und Seele ganz schön etwas an. Von Panikattacken bis zu Psychosen. Bei keinem meiner Klienten konnte ich beobachten, dass die Einnahme von Drogen - bei einigen war es Ayahuasca - sie auf ihrem Weg weitergebracht hat.“

Ayahuasca stuft er als sehr gefährliche Droge ein, egal in welchem Setting sie eingenommen wird. „Ich persönlich halte sehr wenig von den Ayahuasca-Ritualen die in Wien angeboten werden. Die Schamanen hier, von denen ich weiß, dass sie das anbieten, würde ich nicht als spirituelle Lehrer bezeichnen, sondern eher in eine etwas schräge ,Esoterik-Ecke‘ stecken.“

April 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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