16.04.2019 16:10 |

Polizei:

Zahlen-Verwirrspiel um Planstellen und Köpfe

Während der Polizei-Chef von einem Höchststand und mehr als 1700 Vollbeschäftigten inklusive Polizei-Schülern spricht, klingen die Ministeriums-Zahlen anders: Da sind es ohne Schüler 1349 Vollbeschäftigte. So und so eine Differenz. Das Problem: Offiziell werden alle gezählt, auch die, die gerade nicht Dienst machen.

Weil die Beamten beispielsweise in Karenz sind oder in Ausbildung beziehungsweise Schulung sind. Beispiel Schwarzach: Zwölf Planstellen gibt es dort, aber nur achteinhalb Polizisten machen auf Stunden gerechnet wirklich Dienst. Viele fragen sich deshalb zu Recht: Welche Zahlen stimmen jetzt? Für den Chef der Salzburger Polizei sind es 1709 vollbeschäftigte Bedienstete - samt Verweis auf das „Vollbeschäftigtenäquivalent“. Eine Anfrage aus dem Innenministerium vom Oktober 2018 nennt aber 1349 Vollbeschäftigte. Insgesamt sind es samt den Teil- und Halbzeitbeschäftigten 1570 voll dienstfähige Salzburger Polizisten.

Für Laien mutet es in Summe wie ein Verwirrspiel mit Zahlen an. Zumindest für Polizei-Gewerkschafter Walter Deisenberger ist das nichts Neues: „2016 wurden bereits ähnliche Zahlen dementiert. Seit Jahren ist die Rede von mehr Aufnahmen als Abgängen oder Ausfällen, das stimmt aber so nicht.“ Für den Gewerkschafter gehe es um die Polizisten, die wirklich mehr auf Streife gehen. „Da dies nicht der Fall ist. Wir haben ein Minus und kein Plus.“

Mitursächlich sind die gerade in Ausbildung befindliche Polizisten: Sie besetzen Planstellen, die für vollwertige Polizisten gedacht sind. Derzeit sind 260 in Salzburg in Ausbildung. Da es keine eigenen Ausbildungs-Planstellen für Salzburg gibt, schlussfolgert Deisenberger: „Je mehr Polizisten ausgebildet werden, desto weniger hätten wir dann auf der Straße“.

Antonio Lovric

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