15.04.2019 15:27 |

Umfrage vor Ostern

Jugendliche können mit Religion wenig anfangen

Ostern ist eines der wichtigsten religiösen Feste des christlichen Glaubens. Das Institut für Jugendkulturforschung nahm sich dieses zum Anlass, um zu erheben, wie junge Österreicher zur Religion stehen. Die Hälfte der befragten Zehn- bis 19-Jährigen kann demzufolge mit „Religion“ nur wenig anfangen - sie gehen auf bei dem Thema auf emotionale Distanz.

38 Prozent fällt auf die Frage, woran sie denken, wenn sie „Religion“ hören, „nichts“ ein. Sieben Prozent sagen unumwunden, dass Religion nichts für sie ist. Ein Drittel der Jugendlichen (34 Prozent) hat dem eigenen Empfinden nach keine religiös-weltanschauliche Heimat. In diese Gruppe fallen Jugendliche ohne Bekenntnis, eine wachsende Gruppe vor allem in den urbanen Zentren, aber auch „Taufschein-Christen“, die sich von ihrer Religionsgemeinschaft distanzieren - frei nach dem Motto: „Ich bin zwar katholisch, aber glaube nicht an Gott.“

Jeder achte Jugendliche meint: „Kirche, das ist nichts für mich“
Mit Kirche verbinden die Jugendlichen allem voran religiöse Symbole und Rituale wie die Taufe oder die kirchliche Eheschließung (20 Prozent), Glaube (15), Christentum (zwölf) oder auch Gemeinschaft der Gläubigen (neun). Rund jeder Vierte (23 Prozent) nimmt, ungestützt abgefragt, eine explizit kritische Haltung ein: Zwölf Prozent sagen „Kirche, das ist nichts für mich“, sieben Prozent kritisieren die Kirchensteuer als „Abzocke“, weitere drei Prozent kritisieren eine Doppelmoral, ein Prozent fordert Reformen.

Trends: „Religion ist Privatsache“ und „Jedem das Seine“
Die Amtskirche wird nicht mehr als gesellschaftliche Einflussgröße gesehen. Nur ein Prozent der Zehn- bis 19-Jährigen sieht sie als solche. Der Trend geht in Richtung „Religion ist Privatsache“ und „Jedem das Seine“. „Die nachrückende Generation plädiert für individualisierte Religiosität und sie fordert Religionsfreiheit nach dem Prinzip ‘Jedem das Seine‘, wobei dies auch die Forderung nach einem ‘frei von Religion Sein‘ miteinbezieht“, erklärt Studienleiterin Beate Großegger.

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