15.04.2019 14:40 |

1,6 Mio. € ergaunert

Freiwillige Opfer ließen sich die Knochen brechen

Äußerst brutal sind Versicherungsbetrüger in Palermo an ihr verbrecherisches Werk gegangen: Die 42-köpfige Bande fügte Dutzenden Menschen absichtlich Knochenbrüche zu und meldeten die Verletzten danach als Opfer von Verkehrsunfällen. Laut Italiens Polizei wurden auf diese Weise insgesamt 1,6 Millionen Euro von Versicherungsgesellschaften ergaunert, während die Geschädigten mit jeweils nur 50 bis 100 Euro abgespeist wurden. Ein tunesischer Migrant kam sogar ums Leben.

Zu der sizilianischen Bande gehörten auch Ärzte, die falsche Befunde zu den Verletzungen erstellten. 42 Verdächtige wurden festgenommen. Ihnen werden in 76 Fällen Körperverletzungen, Wucher, Erpressung, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen, teilte Italiens Polizei am Montag mit.

Opfer mit Mini-Beträgen abgespeist
Bei den Opfern, die offenbar selbst wählen durften, welchen Körperteil sie sich zertrümmern lassen, handelte es sich häufig um sozial Schwache, Drogenabhängige, Alkoholiker oder andere Benachteiligte. Sie erhielten kleinere Beträge in der Höhe zwischen 50 und 100 Euro. Einer der Verletzten, der mit Eisenstangen und Ziegeln „behandelt“ worden war, musste auf eine Intensivstation gebracht werden. Den Opfern, von denen inzwischen einige im Rollstuhl sitzen bzw. mit lebenslangen Beeinträchtigungen zu kämpfen haben, wurden hohe Dosen an Betäubungsmitteln verabreicht.

Tunesischer Migrant gestorben
In einem Fall sei ein tunesischer Migrant sogar gestorben. Dem Mann waren schwere Verletzungen zugefügt worden. Weil er sich wegen der Schmerzen beklagte, wurde ihm Crack verabreicht. Er starb schließlich an einem Herzstillstand. Erst durch diesen Toten war die Polizei überhaupt auf die Spur der Verbrecher gekommen. Zunächst war angenommen worden, dass der Tunesier bei einem Verkehrsunfall umgekommen war. Seine Leiche war auf einer Straße in der Nähe Palermos gefunden worden.

Verletzte bei gestellten Unfällen am Straßenrand platziert
Die Verletzten wurden am Rande Palermos bei gestellten Unfällen am Straßenrand platziert, angebliche Zeugen machten dann gegenüber den Einsatzkräften falsche Angaben. Elf Personen waren wegen eines ähnlichen Betrugs bereits im vergangenen August auf Sizilien festgenommen worden.

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