13.04.2019 11:50 |

100 Jahre Amritsar

Indien gedenkt Massaker aus der Kolonialzeit

In Indien ist am Samstag an das Massaker von Amritsar vor hundert Jahren erinnert worden, bei dem mindestens 379 friedliche Demonstranten getötet und 1200 verletzt wurden. Auch die frühere Kolonialmacht Großbritannien beteiligte sich an dem Gedenken an das Blutvergießen. Eine offizielle Entschuldigung der Briten wird in Indien gefordert, steht aber noch immer aus.

„Wir werden nie vergessen, was hier passiert ist“, sagte der britische Hochkommissar für Indien, Dominic Asquith, bei der Kranzniederlegung in Amritsar im Nordwesten Indiens. Die Geschichte könne nicht neu geschrieben werden, es könne jedoch aus ihr gelernt werden, sagte Asquith. Der indische Regierungschef Narendra Modi nannte das Massaker im Kurzbotschaftendienst Twitter „entsetzlich“.

Indien will „unmissverständliche offizielle Entschuldigung“
Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Mittwoch erklärt, Großbritannien bedauere zutiefst, was passiert sei. Der höchste Minister im indischen Bundesstaat Punjab, Amarinder Singh, sagte aber, Mays Worte reichten nicht aus. Notwendig sei eine „unmissverständliche offizielle Entschuldigung“.

In Amritsar, der heiligen Stadt der Sikhs in der nördlichen Provinz Punjab, hatten britische Truppen am 13. April 1919 das Feuer auf Tausende unbewaffnete Demonstranten eröffnet. Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit zufolge wurden 379 Menschen getötet, indischen Zahlen zufolge gab es rund tausend Todesopfer. Die Tat, die in Indien als „Jallianwala-Bagh-Massaker“ bekannt ist, hatte dazu beigetragen, die Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialmacht voranzutreiben.

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