Sa, 20. April 2019
12.04.2019 17:32

Erstmals seit 1723!

Heilige Stiege im Vatikan ohne hölzernen Schutz

Erstmals seit knapp 300 Jahren ist die Heilige Stiege in Rom, über die der Überlieferung nach Jesus zu Statthalter Pontius Pilatus geführt worden ist, ohne schützende Holzverkleidung zu sehen. Nachdem die „Scala Santa“ unweit der Lateranbasilika seit dem vergangenen Sommer wegen Restaurierung komplett geschlossen war, sind die 28 Marmorstufen ab sofort und bis Pfingsten zugänglich.

Der Überlieferung nach schritt Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung über die Treppe. Auf der zweiten, elften und 28. Stufe werden Blutstropfen gezeigt. Nach einer Überlieferung wurde die Heilige Stiege im frühen 4. Jahrhundert von Kaiserin Helena nach Rom gebracht. In Pilgerberichten bleibt sie jedoch bis ins Mittelalter unerwähnt. Papst Innozenz XIII. (1721 bis 1724) ließ im Jahr 1723 zum Schutz des Marmors eine Holzverkleidung anbringen.

Bis Pfingsten für Pilger geöffnet
Für zwei Monate sei es Pilgern nun möglich, die Heilige Stiege ohne diesen zu erklimmen, sagte die Direktorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, bei der Wiedereröffnung. Die Stellen der Blutstropfen wurden im Mittelalter durch Kreuze markiert, die bei der Reinigung der Treppe wieder zum Vorschein kamen, berichtet Kathpress.

Unter Leitung der Vatikanischen Museen wurden seit 2012 die Fresken zu den Seiten der Heiligen Stiege restauriert. Sie zeigen auf rund 1700 Quadratmetern Szenen des Alten und Neuen Testaments.

Gläubige bewegen sich knieend
Die „Scala Santa“ zählt zu den Hauptorten für katholische Pilger in Rom. Im Gedenken an das Leiden Jesu bewegen sich Gläubige kniend auf den Stufen aufwärts. Am Karfreitag ist diese Frömmigkeitsgeste mit einem vollkommenen Ablass der Sünden verbunden.

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