12.04.2019 07:12 |

Steine als Geschosse

Felssprengung in Bregenz ging dramatisch schief

Eine Felssprengung ist am Mittwoch in der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz gehörig schiefgegangen. Fensterscheiben, Dachziegel und auch Hausfassaden wurden in Mitleidenschaft gezogen, als zahlreiche faustgroße Gesteinsbrocken in eine Wohnhausanlage geschleudert wurde. Die zu Geschossen mutierten Steine flogen dabei bis zu 100 Meter weit durch die Luft, doch „wie durch ein Wunder“ wurde laut Polizei niemand verletzt. Es wurde Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstattet.

Kurz nach 11 Uhr kam es am Mittwoch zu einer Nachsprengung an der Baustelle „Funkenbühel“. Der Bereich war speziell abgesichert, und zwar mit insgesamt zehn schweren Sprengschutzmatten. Doch die Sprengung sollte nicht wie geplant ablaufen.

Häuser und Autos beschädigt
Weil vermutlich aufgrund der Gesteinsbeschaffenheit ein Bohrloch „ausfuhr“, wie es der Sprengmeister formulierte, wurden im Zuge der Explosion zahlreiche Gesteinsbrocken in Richtung der rund 100 Meter entfernten Wohnanlage in der Hauengasse katapultiert. Fensterscheiben und Dachziegel wurden in der Folge zerstört sowie Hausfassaden schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem bei der Wohnanlage geparkten Pkw durchschlug ein Felsbrocken sogar die Windschutzscheibe.

„Sicherheitsvorkehrungen eingehalten“
Laut Polizei war die Sprengung behördlich genehmigt und vom Sprengmeister ordnungsgemäß durchgeführt worden. Auch die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen seien eingehalten worden, hieß es. Wegen des Verdachts der „fahrlässigen Gemeingefährdung durch Sprengmittel“ wurde der Vorfall aber bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch angezeigt. Die auf der Baustelle beschäftigte Spezialfirma hatte seit vergangenem Dezember bereits 17 Sprengungen erfolgreich vorgenommen.

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