11.04.2019 13:40 |

Salzburg Inoffiziell

Manager-Boni als politisches Dauer-Thema

In der Salzburg AG gibt es nach der Obus-Krise erstmals finanzielle „Strafen“ für die Manager. Die SPÖ will nun, dass das gesamte Bonus-System auf neue Beine gestellt wird.

Es ist eine Richtungs-Entscheidung, die weit über die Landesgrenzen hinaus Wellen schlägt: Die Vorstände der Salzburg AG, Leonhard Schitter und Horst Ebner, verzichten nach dem Obus-Desaster vom Herbst mehr oder weniger freiwillig auf 25 bzw. 50 Prozent ihrer Bonuszahlungen - in Summe auf 67.500 Euro.

Gleichzeitig regelt der politisch besetzte Aufsichtsrat unter Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP) das Bonus-System in der Salzburg AG neu. Pro Jahr stehen jedem Vorstand laut Vertrag 90.000 Euro zu.

- 50 Prozent gibt’s künftig, wenn Umsatz- und Gewinnziele erreicht werden.

- Mit 20 Prozent wird die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern bewertet.

- Weitere 20 Prozent fließen für das Erreichen der Ziele in den vier Geschäftsfeldern - Energie, Verkehr, Digitalisierung und Telekommunikation werden also mit je fünf Prozent bewertet.

- Die restlichen 10 Prozent gibt es, wenn ein zuvor definiertes Sonder-Jahresziel erreicht wird.

Politisch ist der Bonusverzicht der Salzburg-AG-Vorstände ein Erfolg für SPÖ-Landeschef Walter Steidl, der nicht locker gelassen hat. Nun nimmt er die Sonderzahlungen in (halb-)öffentlichen Unternehmen generell ins Visier. Sein Vorschlag: „Es sollte einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren geben.“

Konkret: Jährlich sollte nur ein Fünftel der Boni ausgezahlt werden. Die restlichen 80 Prozent gibt’s fünf Jahre später – wenn sich herausgestellt hat, dass es keine Spätfolgen durch Managementfehler gibt. Ausgeschiedene Manager würden noch vier Jahre lang Nachzahlungen erhalten. „Das wäre ein gerechtes System“, meint Steidl, der dieses Modell aus der Schweiz hat.

Im Mai will die SPÖ dazu einen Antrag im Landtag einbringen. Die Debatte um Manager-Boni geht weiter.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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