Nach Arzt-Weigerung

„Kommunikation hätte besser laufen können“

Juliane (2) aus Engerwitzdorf hatte sich bei einem Sturz einen Zahn ins Kiefer gerammt. Im Zahnärztlichen Notdienstzentrum (NDZ) Linz verweigerte ein Arzt die Behandlung, weil das Kind weinte. NDZ-Chef Reinhard Bauer erklärt, warum.

„OÖ Krone“:Ihr Kollege hat Juliane nicht untersucht.

Reinhard Bauer: Sie hat geweint, sich abgewendet und sich den Mund zugehalten.

„OÖ Krone“: Die Kleine hatte große Schmerzen und zuvor 75 Minuten warten müssen, bis sie endlich drangekommen ist.

Reinhard Bauer: Das war ein kleiner Fehler, das Personal hätte das Kind vorziehen sollen.

„OÖ Krone“: Sonst hat der Arzt nichts falsch gemacht?

Reinhard Bauer: Es war korrekt, das Mädchen, für das keine Gefahr bestand, nicht gegen seinen Willen zu behandeln. In solchen Fällen muss man den Zahn meist nicht rausnehmen, sondern lässt ihn stecken – außer er entzündet sich. Normal bleibt er bis zum Zahnwechsel im 6. Lebensjahr dann drinnen.

„OÖ Krone“: Hätte nicht der Kiefer gebrochen sein können?

Reinhard Bauer: Frakturen sind eher unwahrscheinlich. Natürlich könnte auch ein Röntgen das klären – bei Zweijährigen macht man das in der Akutphase eher aber nicht.

„OÖ Krone“: Die Eltern waren empört, dass Juliane gar nicht angeschaut wurde.

Reinhard Bauer: Die Kommunikation seitens des Arztes hätte besser laufen können.

Interview: Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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