09.04.2019 15:29 |

KAV-Chefin zu KH-Nord:

„Weder operativ noch strategisch“ zuständig

Mit der Befragung von KAV-Chefin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb ist Dienstagmittag die letzte Zeugenrunde in der Untersuchungskommission zum Krankenhaus Wien-Nord eingeläutet worden. Die Generaldirektorin stellte dabei gleich anfangs klar, dass sie zu keiner Zeit „weder strategisch noch operativ“ für das Großprojekt zuständig gewesen sei. Lieber gab sie Auskünfte über den aktuellen Stand des Spitals.

Bevor Kölldorfer-Leitgeb im September 2018 im Chefsessel des Krankenanstaltenverbundes landete, war sie ab Ende 2017 stellvertretende Generaldirektorin und davor zwei Jahre lang mit den Personalagenden und der Organisationsentwicklung im städtischen Krankenhausbetreiber betraut. Vor allem in diesem Aufgabenbereich habe es aber kaum Schnittstellen mit dem KH Nord gegeben, denn für dieses hat es laut der Zeugin eigene Zuständigkeiten und Gremien gegeben.

„Jeden Freitag war Krankenhaus-Nord-Tag“
Deshalb hielt sich die nunmehrige KAV-Leiterin auch mit Aussagen betreffend den Zeitraum zurück, in dem das Megavorhaben zusehends aus dem Zeit- und Kostenrahmen gefallen war. Ob der damalige General Udo Janßen und sein Stellvertreter und KH Nord-Beauftragter Thomas Balazs überfordert gewesen seien, wurde Kölldorfer-Leitgeb etwa gefragt. Das könne sie nicht beurteilen - nur soviel: „Der Herr Balazs hat sehr viel gearbeitet. Und jeden Freitag war Krankenhaus Nord-Tag.“ Sie habe jedenfalls mit den beiden Herren schnell einen „guten Arbeitsmodus“ gefunden.

Betriebsbewilligung erteilt
Vergangenheitsbewältigung stand auch nicht allzu lange im Zentrum des heutigen Sitzungsauftakts. Die Abgeordneten begehrten zusehends mehr Auskünfte über die aktuelle Situation des Spitals. Die KAV-Chefin referierte ausführlich noch einmal den Übersiedlungsfahrplan (28. Mai bis 21. Juni) und informierte über Bettenanzahl (785) sowie zu erwartende Betriebskosten (258 Millionen Euro pro Jahr). Kölldorfer-Leitgeb übergab dem Vorsitzenden außerdem die sanitätsrechtliche Betriebsbewilligung, die eben erst durch die Behörde erteilt worden sei. Damit stehe der Inbetriebnahme des Spitals nichts mehr im Wege.

Die KAV-Chefin kündigte an, dass die erste Ambulanz an der Brünner Straße am 3. Juni öffnen werde. Ende September werde das KH Nord in den Vollbetrieb gehen. Derzeit liefen Probetrainings, um einen Echtbetrieb zu simulieren.

Genug Personal vorhanden?
Ob dafür auch genug Personal vorhanden sei, wollte das Gremium im Rathaus mit Verweis auf immer wiederkehrende Berichte über angebliche Engpässe wissen. 96 Prozent der Ärztedienstposten für das Floridsdorfer Krankenhaus seien bereits vergeben, der Rest werde bald folgen, ließ die Befragte wissen. Im Pflegebereich habe man dank des großen Andrangs bereits genügend Mitarbeiter.

„Sie werden sicher nicht schwitzen“
Die FPÖ interessierte sich dafür, warum in den Patientenzimmern auf Klimaanlagen verzichtet worden sei und ob es stimme, dass mit dem alternativen System nur bis zu sechs Grad unter Außentemperatur gekühlt werden könne. „Sie werden sicher nicht schwitzen im KH Nord“, versprach die Generaldirektorin. In die Räume werde vorgekühlte Außenluft eingeblasen, außerdem gebe es Deckenkühlung. Ob klassische Klimaanlagen aus Kostengründen entfallen waren, wisse sie indes nicht.

Einmal kommt die Kommission allerdings noch zusammen. Am 25. April wird nämlich der offizielle Abschlussbericht präsentiert.

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