Rettet die Welt

„Sinnfluencer“ wollen etwas bewegen

Es gibt tatsächlich auch Blogger, bei denen sich nicht alles nur um Fashion, Make-up oder Selbstdarstellung dreht. Die haben auch einen eigenen Namen, nämlich „Sinnfluencer“, statt Influencer. Diese Blogger posten über wirklich dringende Anliegen wie zum Beispiel Lebensmittelverschwendung und wollen ihre User nicht zum perfekten Make-up verhelfen, sondern zum richtigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. City4U hat mit der Wiener Sinnfluencerin Daria Daria gesprochen.

„Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren“, berichtet Valentin Thurn in seiner Dokumentation „Taste the waste“. Eine Tatsache, die alle zum Umdenken anregen sollte. Doch leider ist es für viele selbstverständlich regelmäßig noch essbare Lebensmittel wegzuwerfen. Fehlende Einkaufsplanung, übertriebene Vorsicht beim Haltbarkeitsdatum sind zwei der Gründe auf Konsumentenseite. Doch noch bevor die Lebensmittel überhaupt im Supermarkt landen, wird schon ordentlich verschwendet: Zum Beispiel, wenn eine Tomate nicht das richtige Rot hat. Dann landet sie im Müll. In Österreich werden jährlich 157.000 Tonnen an noch genießbaren Lebensmitteln weggeworfen. „Ein Drittel aller Lebensmittel entlang der ganzen Wertschöpfungskette werden entsorgt. Das ist absurd, wenn man bedenkt, wie viele Ressourcen in die Landwirtschaft und Produktion fließen“, betont Madeleine Alizadeh, die auf ihrer Instagram-Seite und durch ihren Podcast als Daria Daria zu mehr Nachhaltigkeit aufruft.

Das ist ein Umstand, den auch viele junge Leute nicht mehr regungslos hinnehmen wollen. Neben Food Sharing Optionen oder Waste Divers gibt es immer mehr Social-Media-affine Menschen, die ihr Anliegen ins Netz bringen und so etwas bewirken wollen. Weg von den immer gleichen Schminktipps, Modeanregungen, gekünstelten Fotos oder luxuriösen Reisen, hin zum wirklich wichtigen. Weg von der Selbstdarstellung, hin zur Problemlösung. Die sogenannten „Sinnfluencer“ werden immer mehr, allen voran Daria Daria: „Ich hatte bereits 2013 eine große Reichweite und beschloss, diese sinnvoll zu nutzen. Ich finde, dass wir als privilegierte Menschen in Europa nicht teilnahmslos zusehen dürfen, wie unser Planet vor die Hunde geht. Wir haben die Bildung und notwendigen Mittel, um aktiv zu werden - im Gegensatz zu den vielen Menschen im globalen Süden, die in Armut leben. Lebensmittelverschwendung ist für mich dabei persönlich ein zentrales Thema, weil ich die Zahlen kenne - sie sind erschreckend.“

Unter Hashtags wie #foodsaver oder #stopfoodwaste finden sich jeweils mehr als 20.000 Postings. Die Sinnfluencer haben teilweise mehrere hunderttausend Follower und sie nehmen ihre Aufgabe ernst, mehr Menschen zu seinem sorgsameren Umgang mit Lebensmittel zu bewegen. Eine der erfolgreichsten Sinnfluencerinnen zum Thema Essensverschwendung kommt aus Österreich, nämlich Madeleine Alizadeh. Mehr als 200.000 Follower hat sie bereits auf Instagram. Die bekommen Sachen zu lesen wie: „Im Jahr 2030 werden pro Sekunden 60 Tonnen Essen weggeworfen werden“ oder „Zwei Firmen in London und Wien machen aus weggeworfenem Brot Bier“. Kurze, prägnante Aussagen, die hängenbleiben und geteilt werden sollen. Und vor allem: Zum Umdenken führen sollen. „Mein Ziel ist das Sensibilisieren für diese Themen und in weiterer Folge das Mobilisieren. Ich möchte das die Menschen aufstehen und etwas tun, denn wir Konsumenten haben sehr viel Macht“, bekräftigt Alizadeh.

April 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf

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