FACC-Klage

Überweisungen waren für Ex-Chef Vertrauenssache

Über 50 Millionen haben Betrüger beim Flugzeugteilehersteller FACC in Ried im Innkreis (OÖ) erbeutet.   Schwer gemacht haben dürfte es ihnen das firmeninterne Überweisungssystem nicht. Diesen Eindruck gewann man nun zu Beginn des Schadenersatz-Prozesses gegen einen Ex-Chef. FACC fordert von ihm 10 Millionen.

Die Vorgeschichte des Zivilprozesses in Ried sorgte für Schlagzeilen. Unbekannte Täter gaben sich im Jahr 2016 gegenüber einer Mitarbeiterin als Firmenchefs aus und veranlassten die Überweisung von 50 Millionen Euro auf ausländische Konten. Als der Betrug aufflog, wurden die Finanzvorständin und ein Vorstandsvorsitzender ihrer Funktion enthoben.

Klage
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende sieht sich nun im Zivilprozess einer 10-Millionen-Klage seines Ex-Arbeitgebers gegenüber.

Vier-Augen-System
Zum Auftakt der für mehrere Wochen im April und Mai anberaumten Verhandlung durchleuchtete Richter Nikolaus Steininger, der um eine straffe Prozessführung bemüht ist, das Überweisungssystem des börsennotierten Unternehmens. Das sich, so der Eindruck bei der Aussage des Ex-Vorstandsvorsitzenden, nicht wesentlich von den Anfängen der FACC im Jahr 1980 unterscheidet. „Die Ausführung der korrekten Überweisung war eine Vertrauenssache“, sagt er. Er habe aber Wert auf ein Vier-Augen-System gelegt, dem TAN-System etwas misstraut und als Vorstandsvorsitzender keinen genauen Einblick gehabt.

Fehlende Kontrolle
Die Klägerseite wirft dem Mann, der in einem weiteren Prozess seine Abberufung aus dem Vorstand bekämpft,vor, dass er es verabsäumt habe, ein Kontrollsystem im Unternehmen zu installieren. - Fortsetzung.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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