06.04.2019 05:00 |

Absolute Diskretion:

Promi-Patienten: Der Grat ist schmal

Der prominente Patient im Landesspital sorgt weiter für heftige Diskussionen: Soll Sonderbehandlung in öffentliche Spitälern überhaupt Platz haben, auch wenn sie gut bezahlt ist? Wie viel Mehraufwand ist gerechtfertigt? Unfallopfer mit Star-Faktor hatten auch die Kliniken in Schwarzach und Zell schon zu versorgen.

Die Landeskliniken pochen auf Diskretion. Der Tross des Emirs sei sehr verärgert, weil in Salzburg die Politik mit Kommentaren zur Sonderbehandlung nicht spare. Nur soviel: „Es wurde keine Station gesperrt, keine OP ist verschoben worden.“ Es gebe überhaupt keine Beeinträchtigung im laufenden Betrieb, heißt es. Ein Schreiben zum Thema Diskretion wurde intern versandt.

Arabische Patienten kommen übers Jahr laufend in die Salzburger Landeskliniken. SALK-Chef Paul Sungler betont, dass die Kontakte in den arabischen Raum nichts mit seiner Zeit als Arzt in Dubai zu tun hätten. Das habe sich parallel entwickelt. Wer sich im Internet auf der Homepage informiert, findet eine Klinik-Vorstellung, die auch auf Arabisch übersetzt wurde.

Patienten aus Nicht-EU-Staaten werden generell als Selbstzahler verrechnet. Auch dafür gibt es Tarife als Leitfaden. Diese betuchten Ausländer zahlen wesentlich mehr als Sonderklasseversicherte aus dem Inland. Offiziell wird ein Blick in die Tariftabellen freilich verwehrt. Die Sätze seien aber beachtlich, heißt es. Ein kleinerer Eingriff bewege sich im Rahmen von rund 3000 Euro. Für größere Operationen fallen schnell einmal 15.000 bis 20.000 Euro an. Ohne spezielle Unterbringung mit Sonderwünschen

Promis und Reiche auch in Schwarzach und Zell


Promi-Patienten wurden auch schon im Kardinal Schwarzenberg Krankenhaus in Schwarzach versorgt. Wer an den Unfall von Thüringens Ministerpräsidenten Dieter Althaus im Jahr 2009 erinnert wird, atmet einmal tief durch. „Er war damals in einem Überwachungszimmer, wo nur Mitarbeiter Zutritt haben“, erklärt Geschäftsführer Ludwig Gold. Auch Moderator Armin Assinger oder Überflieger Simon Ammann wurden hier behandelt. Gold knüpft Prominenz aber an Notfälle: „Generell ist es nicht unser Auftrag. Wir sind ein Ordensspital und für Arme im Innergebirg gegründet.“

In Zell am See hat man nicht nur an der Seepromenade Araber-Erfahrung: Auf die Adipositas-Chirurgie der Tauernklinik schwören viele arabische Patienten – auch als Selbstzahler.

S. Salzmann

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