Strafen erhöht

Familie rächte sich: Liebhaber in Falle gelockt

„Ehrverletzung rechtfertigt eine solche Tat nicht“, rügt OLG-Richterin Monika Gföllner die Angeklagten. Vater und Sohn einer türkischstämmigen Familie haben den Liebhaber der Schwiegertochter bzw. Schwägerin krankenhausreif geprügelt. Ihre Strafen wurden nun vom Oberlandesgericht auf vier bzw. fünf Jahre erhöht.

Die Familienehre als Ausrede oder gar Milderungsgrund ließ die Senatsvorsitzende am Oberlandesgericht Linz, Monika Gföllner, nicht gelten und sprach von einem „massiven sozialen Störwert“ der Tat. Die beiden Männer hatten den Liebhaber der Schwiegertochter in Bad Schallerbach in einen Hinterhalt gelockt und mit einem Baseballschläger und einer Stahlrute verprügelt. Der Mann erlitt unter anderem schwere Knochenbrüche im Gesicht.Außerdem wurde er mit vorgehaltener Waffe mit dem Umbringen bedroht. Selbst im Krankenhaus musste er noch vor feindlichen Familienmitgliedern geschützt werden. „Ein Fall von Selbstjustiz übelster Art“, so Oberstaatsanwalt Harald Winkler: „Solchen Machenschaften muss man entgegenwirken.“

Familienehre
Ursprünglich zu dreieinhalb und vier Jahren Haft verurteilt, hatten die Angeklagten am OLG trotzdem auf eine Strafreduktion gehofft. Verteidiger Werner Tomanek: „Diese Menschen haben eine eigene Familienehre. Man muss sie ja nicht verstehen.“ Die Berufung wurde abgelehnt, die Strafen auf vier bzw. fünf Jahre hinaufgesetzt. Bei der Bestrafung der untreuen Schwiegertochter war im Juni 2018 übrigens auch die Ehefrau bzw. Mutter der Angeklagte dabei: Sie hatte die Schwiegertochter eingesperrt und war zu acht Monaten teilbedingt verurteilt worden.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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