Ein internationales Forscherteam rund um Gijs Roelofs vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in den USA machte die Entdeckung mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii. Mithilfe der Aufnahmen analysierten sie Veränderungen in den Spektrallinien des Lichts, das die beiden Sterne aussenden. Die Ergebnisse bestätigten die bereits seit der Entdeckung des Systems im Jahr 1999 vermutete ultra-kurze Umlaufzeit von gut fünfeinhalb Minuten.
Cancri HM kann noch mit einem weiteren Rekord aufwarten: Der Durchmesser des Systems beträgt etwa nur ein Viertel des Abstandes zwischen Erde und Mond. Cancri HM ist somit der „engste“ bekannte Doppelstern. "Die beiden Weißen Zwerge liegen so nah beieinander, dass Materie von einem Stern zum anderen fließt und dort auf den Äquator fällt. Dort setzt sie im gesamten Röntgenstrahlenbereich mehr Energie frei als die Sonne", zitiert "Der Spiegel" Tom Marsh, einen Kollegen Roelofs.
Die Forscher nehmen an, dass der Doppelstern aus zwei normalen "Sonnen" entstand, die irgendwann ineinander stürzten. Dabei entstehe ein Neutrinostern, der trotz seines kleinen Volumens eine enorme Masse besitze. Diese Sterne sind als Quellen von Gravitationswellen bekannt, die Störungen in der Raumzeit verursachen. Die Wissenschafter hoffen nun, dieses Phänomen anhand von Cancri HM genauer untersuchen zu können.
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