Außergewöhnlicher Job

Wiens „Marie Kondo“ hilft Menschen beim Aufräumen

Das Thema Aufräumen ist spätestens seit dem Start von Marie Kondos Serie in aller Munde. Raus aus dem Chaos möchten viele, doch nicht alle schaffen es allein - die Gründe dafür sind unterschiedlich. Jenen Menschen hilft Marta Kopka - Wiens Aufräumcoach Nummer eins. Die 62-Jährige hat sich 2017 selbstständig gemacht und bringt seither nicht nur Ordnung in die Wohnung, sondern auch in das Leben vieler ihrer Kunden. City4U hat mit ihr gesprochen.

Zu Marta Kopka kommen die unterschiedlichsten Kunden: Akademiker, Mutter mit Kindern, gestresste Manager, Menschen, die eine schwere Krankheit hinter sich haben. „Man glaubt, dass die Meschen, die Hilfe beim Aufräumen brauchen undiszipliniert, faul und ohne festen Willen wären. Das muss allerdings nicht sein. Ich habe nie solche getroffen“, erzählt Marta Kopka im City4U-Interview. Seit 2017 unterstützt sie ihre Kunden mit Ihrer Firma Aufräum Coach Wien dabei, Ordnung zu schaffen. „Ich bekomme im Moment mehr Aufträge, als ich durchführen kann. Deswegen arbeite ich momentan nur in Wien und suche mir die Menschen mit Schicksalen aus.“

Das Vorgehen richtet sich immer individuell nach dem Kunden - ob er die ganze Wohnung, den Kasten oder einen Raum zusammenräumen möchte. „Der erste Schritt ist allerdings immer die Inventur. Danach räumen wir das Objekt komplett auf und der Kunde entscheidet, was aufbewahrt werden soll. Wir legen Ordnungskategorien fest und lernen, zu selektieren. Oft bringe ich dadurch nicht nur Ordnung in die Wohnung, sondern auch ins Leben“, erzählt die Wienerin.

Die Freude für das Aufräumen hat sie in ihrem vorherigen Job entdeckt: „Ich war Geschäftsführerin einer Agentur, die Pflegerinnen an Senioren vermittelt hat. Dadurch habe ich hunderte Wohnungen besucht und erlebt, wie Menschen, nicht nur pflegebedürftige, wirklich leben. Gleichzeitig habe ich das Buch von Marie Kondo gelesen und ihre Methode gleich bei mir ausprobiert. 2017 fokussiere ich mich auch beruflich ausschließlich darauf und es macht mir wirklich enorm viel Spaß.“

Im Gegensatz zu Deutschland und der Schweiz gibt es in Österreich keine Ausbildung. „Man braucht aber Disziplin, Geduld, Ausdauer, Empathie und Wertschätzung für den Besitz anderer“, weiß Kopka und ergänzt: „Die größter Herausforderung ist es immer, beim Kunden die Motivation und den Willen zum Aufräumen zu wecken und ihn davon zu überzeugen, dass er es schaffen wird.“ Bis das Ergebnis schließlich sichtbar ist, dauert es meistens mehrere Tage. Doch Kopka ist auch schon mal gescheitert: „Eine Dame war ein Messi. Sie war nicht bereit, überhaupt darüber nachzudenken, etwas wegzuwerfen. Sie wollte nur Ordnung schaffen, doch es war kein Platz mehr in der Wohnung. Ich konnte sie nicht davon überzeugen, die kaputten Sachen und den Müll loszuwerden. Da musste ich schließlich aufgeben.“

Damit es gar nicht erst soweit kommen muss, einen Aufräum-Coach zu engagieren, hat Marta Kopka einen simplen Tipp: „Ich schlage vor, die Sachen immer dort aufzubewahren, wo sie hingehören und sie immer sofort wegzuräumen. Nicht später oder morgen.“ Dann kann man sich auch Kosten sparen. „Die Stunde aufräumen kostet bei mir zwischen 29 und 49 Euro. Für einen Nachmittag im Umfang von vier Stunden zahlt man zwischen 90 und 160 Euro.“

März 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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