25.03.2019 06:00 |

Neue Partnerschaft

Großes Interesse an Kanzler Kurz in Kuwait

Kuwait gilt als Vermittler zwischen Iran und Saudi-Arabien in der Golfregion und sucht selbst neue Allianzen - auch mit Österreich. „Eine Zusammenarbeit mit Kuwait als zukünftigem Partner“ nannte Bundeskanzler Sebastian Kurz als Credo für den Besuch im Golfstaat. Die Exporte Österreichs nach Kuwait gehen seit 2016 merklich zurück. Mit dem „Projekt 2035“ will das Emirat in Infrastruktur, Gesundheitswesen und erneuerbare Energien investieren. Bereiche, in denen sich Österreich in der Region schon einen guten Namen als Wirtschaftspartner gemacht hat.

Das weiß auch der Emir von Kuwait, Sabah al-Ahmad al-Dschabir as-Sabah, der mit dem Kanzler länger als eine halbe Stunde im Bayan-Palast von Kuwait City plauderte. Ungewöhnlich, denn sonst hat der Emir selten mehr als 15 Minuten für Gespräche dieser Art Zeit.

Junger Kanzler trifft erfahrensten Politiker
Der fast 90-jährige Emir gilt als erfahrenster Politiker der Region. Seit 1962 ist er auf diversen Ministerposten Regierungsmitglied. Als Außenminister war er 1981 federführend an der Gründung des Golfkooperationsrats beteiligt, der durch die Katar-Krise auseinanderzubrechen droht, was Kuwait als Mediator abzufedern versucht.

Kuwait kann sowohl mit dem Iran, den es als erstes Land nach der Islamischen Revolution 1979 anerkannt hatte, aber auch mit Saudi-Arabien. Gemeinsam mit dem wahhabitischen Königreich interveniert es gegen die vom Iran gestützten Houthi-Rebellen im Jemen, verweigert aber den Saudis die Errichtung und Nutzung von Militärbasen auf kuwaitischem Staatsgebiet.

Interesse an Verbindungen zum Kreml
Kuwait ist bereit, neue Wege zu gehen. Der Großmacht USA verdanken die Kuwaitis, dass sie heute kein Verwaltungsbezirk von Saddam Husseins Irak sind. 28 Jahre nach den Bildern von brennenden Ölfeldern hat sich das Verhältnis zu den USA merklich abgekühlt. Was aber rein an der Person des Präsidenten mit dem Namen Donald Trump liegt.

Darum zeigt Kuwait auch ein erhöhtes Interesse an den Verbindungen des österreichischen Kanzlers zum Kreml und zu Russlands Präsident Wladimir Putin. Zudem soll in der zweiten Jahreshälfte eine EU-Delegation im Golfstaat eröffnet werden. Kuwait sucht in alle Richtungen Partner. Und Österreich ist auf gutem Wege, einer zu werden.

Clemens Zavarsky, Kronen Zeitung/krone.at

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 26. November 2020
Wetter Symbol