21.03.2019 16:27 |

Preuner stinksauer

Dicke Luft vor der Stichwahl in der Stadt

Strahlender Sonnenschein und Frühlingsstimmung beim traditionellen Wochenmarkt. Politisch herrschte aber zwischen Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und seinem Herausforderer Bernhard Auinger (SPÖ) drei Tage vor der Stichwahl Eiszeit. Grund sind Flugblätter der SPÖ-Sektionen aus Lehen und Itzling.

„Jetzt haut’s ihnen des Heu oba!“, begrüßte Preuner am Donnerstagmorgen die „Krone“ auf der Schranne und verweist mit einem Kopfnicken auf das SPÖ-Wahlkampfteam, das gut 20 Meter weiter steht. Preuner würde Lehen mehr Beton, Abgase, Wettbüros und Verbote bringen, heißt es auf einem Flugblatt der SPÖ, während Auinger für mehr Grün, Sicherheit und moderne Bildungseinrichtungen stehe und die Wettbüros aus Lehen verdrängen wolle. „Die sollen zum Lügen aufhören. Die Leute wollen, dass wir zusammenarbeiten und uns nicht mit Schmutz bewerfen.“ Auinger kontert: „Im Wahlkampf darf es schon Zuspitzung geben. Ich verstehe nicht, warum er da so nervös reagiert.“

Ein gemeinsames Foto der beiden Kandidaten, das noch vor dem ersten Wahlgang am 10. März möglich war, gibt es dieses Mal nicht. Preuner und Auinger nähern sich nicht einmal mehr auf zehn Meter an.

Ansonsten sei die Stimmung gut, so der SPÖ-Kandidat und lacht etwas bitter: „Das war sie aber vor der Gemeinderatswahl auch.“ Galgenhumor? „Den Bernhard Auinger wird es am Montag auch noch geben.“ Nur am Montag, dem Tag nach der Stichwahl? „Nein, auch am Dienstag und Mittwoch.“ Und mit einem Hinweis auf Parteivorsitzenden Michael Wanner meint er: „Da steht mein Chef, fragen Sie ihn selbst.“ Der Angesprochene nickt.

Wählerin fordert mehr Konsequenz von Auinger


Ansonsten merkt man, dass sowohl bei den Wahlkämpfern, als auch bei den Wählern die Luft etwas draußen ist. Eine Dame, die ihre Wahlkarte bereits abgegeben hat, geht auf Auinger zu: „Ich habe Sie mit Bauchweh gewählt. Aber bitte werden’s konsequenter.“ Ein Hinweis auf den Teilrückzieher des SPÖ-Kandidaten bei der Neutorsperre.

Auch Preuner bekommt Rückmeldungen von Wahlkartenwählern: „Ich habe mein Kreuz an der richtigen Stelle gemacht“, sagt ein Mann zu ihm. „An welcher?“, fragt der Stadtchef grinsend. „Er wirkt tiefenentspannt“, meint ein Passant zur „Krone“. Das ÖVP-Team ist überzeugt, „dass der Harry das g’winnt“. Die Wahlbeteiligung macht beiden Parteien Sorge.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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