Stärker als LSD

Urwald-Droge Ayahuasca gibt es nun auch in Wien

Jedes Jahr pilgern hunderte Menschen aus aller Welt in den peruanischen Regenwald, um an einer Ayahuasca-Zeremonie teilzunehmen. Ayahuasca ist der Name für einen psychedelisch wirkenden Pflanzensud aus einer Liane und den Blättern eines Kaffeestrauchgewächses, der seit Jahrhunderten von Schamanen benutzt wird. Das Gebräu enthält den psychedelischen Wirkstoff DMT, der dafür sorgt, dass die Teilnehmer dieser Zeremonien starke Halluzinationen haben. Mittlerweile gibt es - obwohl DMT in Österreich illegal ist - auch in Wien Schamanen, die Ayahuasca-Rituale anbieten.

Ayahuasca gilt als Naturheilmittel, welches zahlreiche Naturvölker in den Urwäldern Perus in ihren Heilzeremonien anwenden. Durch die Halluzination und die psychedelische Reise sollen tief verwurzelte Probleme gelöst, Abhängigkeiten beendet und alte Muster aufgebrochen. Seit das Gebräu vor einigen Jahren auch im Westen bekannt wurde, pilgern immer mehr Menschen nach Peru, um an solchen Zeremonien teilzunehmen. Viele schwören darauf, berichten zum Beispiel eine langjährige, schwere Drogensucht durch ein Ayahuasca-Ritual überwunden zu haben.

Nichtsdestotrotz gilt der Stoff, der nach dem Trinken des Suds im Körper freigesetzt wird - DMT - in Österreich als illegale Droge. „Sofern ein als Ayahuasca bezeichnetes Gemisch das Suchtgift DMT enthält, unterliegt es als suchtgifthaltige Zubereitung den diesbezüglichen Beschränkungen des österreichischen Suchtmittelrechts. Im Hinblick auf die Gefährlichkeit der Substanz kann wohl davon ausgegangen werden, dass auch ein allfälliger Eingriff in die Religionsfreiheit gerechtfertig ist“, berichtet Laura Olbrich, Pressesprecherin im Gesundheitsminiserium, im City4U-Gespräch.

Denn obwohl Ayahuasca nur im Rahmen eines schamanischen Heilrituals getrunken wird, ist es nicht weniger gefährlich. „Ayahuasca birgt kein großes Suchtpotenzial. Jedoch können aufgrund seiner Wirkung auch nach einmaligen Gebrauch psychische Erkrankungen ausgelöst werden“, warnt Karl Schubert-Kociper von der Drogenkoordinationsstelle CheckIt! Wien. In Peru gab es auch schon vereinzelt Todesfälle von Touristen, die an solchen Zeremonien teilgenommen haben. 

Im Gegensatz zu LSD, das von den meisten Menschen eingenommen wird, weil sie Spaß auf einem Trip haben möchten, wird Ayahuasca eher zu Heilungszwecken getrunken. Die Menschen möchten wieder eins werden mit ihren Gedanken, Traumata überwinden oder zufriedener mit ihrer derzeitgen Lebensituation werden. City4U wollte mit mehreren Wiener Schamanen über Ayahuasca sprechen, hat jedoch nur Absagen bekommen: „Das Thema Ayahuasca und im Zusammenhang mit Schamanismus, kann mit ein paar Fragen und kurzen Antworten nicht zureichend behandelt werden. Deine Recherchen können diese Themen nur an der Oberfläche berühren und können dessen Wirkung und Vorteile für den Menschen nur verzerren und unzureichend beschreiben“, teilte ASW-Österreich auf eine Cit4U-Interviewanfrage mit.

März 2019

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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