21.03.2019 06:54 |

Am Schöpfwerk

Verzweifelte Mieter: „Wir wollen Kameras haben“

Die Wände beschmiert, die Aufzüge oft demoliert, im Plafond beim Eingang wurden Zeichen mit dem Feuerzeug eingebrannt, und bei den Müllinseln stapelt sich zeitweise der Sperrmüll. Mieter am Schöpfwerk in Wien-Meidling sind erbost. „Die Schäden und die Entsorgung müssen nämlich wir alle bezahlen“, so die Bewohner.

Allein im Vorjahr musste 63-mal in der Wohnhausanlage entrümpelt werden, bestätigt Wiener Wohnen. Außerdem wurden zwölf Graffiti festgestellt, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden sind. Ein Lokalaugenschein zeigt ein ähnliches Bild: Die Müllräume sind zwar in Ordnung („Das wurde kürzlich abgeholt“, so ein Mieter), doch Beschmierungen sind mehrere zu finden.

„Fremde schmeißen alles in unseren Bau“
Fotos von Bewohnern zeigen den Sperrmüll. „Da kommen auch Fremde und schmeißen alles in unseren Bau.“ Mit der Zufahrt in die weitläufige Anlage nehmen es die meisten nicht so genau. In Verbotszonen kurven Autos, weil die Zufahrtsschranke offen ist. „Die Betriebskosten steigen und steigen. Wir wollen eine Videoüberwachung“, sagen Mieter.

In 21 Wiener Gemeindebauten überwachen Kameras die Keller, Außenbereiche und Müllinseln. Die Schäden gingen stark zurück, die Menschen fühlen sich sicherer, wie die Stadt vor Jahren stolz verkündet hat.

Doch zu einer Ausweitung auf weitere Häuser kam es bisher nie. Auch am Schöpfwerk werden so bald keine Videoaugen hängen. „Aufgrund strikter gesetzlicher Vorgaben sowie des veränderten Genehmigungsverfahrens werden derzeit keine zusätzlichen Kameras im Gemeindebau angebracht“, erklärt ein Wiener-Wohnen-Sprecher.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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