19.03.2019 17:34 |

Missbrauchsskandal

Erste Anzeige gegen ein ganzes Bistum in den USA

In den USA ist ein neuer Verdacht auf Kindesmissbrauch durch Einrichtungen der katholischen Kirche aufgetaucht. Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates West Virginia hat Anklage gegen die Diözese Wheeling-Charleston und gegen deren früheren Bischof Michael Bransfield erhoben, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Bransfield und seinem Bistum wird vorgeworfen, bei der Auswahl von Personal für Schulen und Ferienlager auf strikte Überprüfungen verzichtet zu haben und wissentlich Sexualstraftäter sowie Priester eingestellt zu haben, die glaubhaft bezichtigt worden waren, Sexualstraftaten verübt zu haben. In mehreren Fällen wurden Geistliche nach Vorwürfen in Behandlung geschickt, um danach wieder in den Dienst mit Kindern eingestellt zu werden.

Untersuchungen im September 2018 gestartet
Das Handeln habe im krassen Gegensatz zum eigenen Anspruch der Kirche gestanden, ein sicheres Umfeld für das Lernen von Kinder zu gewährleisten. Die Untersuchung in dem Fall war bereits im September 2018 gestartet worden.

Im vergangenen Jahr hatten die Untersuchungen der Generalstaatsanwalt im US-Bundesstaat Pennsylvania einen großen Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufgedeckt. Seitdem ermitteln in vielen Bundesstaaten die Behörden. Immer neue Fälle kommen ans Licht. Eine strafrechtliche Anklage gegen ein gesamtes Bistum hat es bisher nicht gegeben.

Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab
Indes lehnte Papst Franziskus den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon, der in Frankreich wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt wurde, ab. Kardinal Philippe Barbarin habe sich aber entschieden, sich für eine Zeit zurückzuziehen, und habe den Generalvikar mit der Leitung der Diözese beauftragt, erklärte Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti am Mittwoch in Rom.

Der Papst habe aufgrund der Unschuldsvermutung den Rücktritt nicht annehmen wollen, hieß es in einer Erklärung. Barbarin ist der höchste katholische Würdenträger Frankreichs. Vergangene Woche wurde er überraschend zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt habe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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