20.03.2019 05:00 |

Nach Bettler-Alarm:

Wenn Gutes tun auch Grenzen hat

Nach dem „Bettler-Alarm“ durch die Franziskaner in der Salzburger Altstadt gehen die Emotionen hoch: Die Erzdiözese will den Orden unterstützen. Viele Beobachter melden sich zu Wort. Eine Ausweitung des Verbotes ist vorerst kein Thema.

Alois Dürlinger, der Pfarrer von St. Veit und Armen-Beauftragter in der Erzdiözese, will vermitteln: „Die Franziskaner verdienen es nicht, dass sie Gewalt ausgesetzt werden.“ Eine Ausweitung des sektoralen Bettelverbotes ist für ihn aber kein Thema. „Dann wird das Problem nur um ein paar Straßenecken verlagert. Man muss vor Ort alle Kräfte bündeln.“ Die Erzdiözese denkt dabei an Streetworker, die mit den Bettlern ins Gespräch kommen sollen.

Die Franziskaner selbst wollen vor allem mit der Politik reden. Bürgermeister Harald Preuner hat auch bereits ein Gespräch zugesagt. Er sieht das Thema nüchtern: „Aggressives Betteln ist dort sowieso verboten.“ Für stilles Betteln wurde der Bereich rund um Franziskanerkirche und -kloster 2017 bei einer Reparatur ausgenommen. Preuner erinnert daran, dass er vor Jahren der Erste war, der in der Stadtpolitik vor der Situation warnte. Jetzt appelliert er vor allem an die Polizei, aggressives Verhalten auch zu kontrollieren.

Den Orden, der seit Generationen für Menschen in Not da ist, enttäuscht nun, dass Gutes tun auch auf Grenzen stößt. Die Wärmestube wurde geschlossen. „Hoffentlich nur vorübergehend, weil es auch einheimische Obdachlose trifft“, so die Erzdiözese. Arme, die sich normal verhalten, werden aber vorgelassen, versprechen die Pater.

Viele Reaktionen gingen bei der „Krone“ ein: „Salzburg hat es nicht verdient, zu verkommen“, schreibt eine Leserin und warnt davor, die Augen vor Kriminellen zu verschließen. Auch Pfarrer Wolfgang Pucher aus Graz meldet sich zu Wort. Bettler seien nur für unser Empfinden aggressiver.

S. Salzmann

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